819 oniert werden wie gemeinnützige Unternehmer. 
820 Und da gibt jetzt natürlich, vom Gefühl her täte 
821 ich sofort sagen nur die Gemeinnützigen. 
822 //mhm// Und wenn ich es jetzt aber sachlich 
823 anschaue, dann muss ich her gehen, muss sa- 
824 gen, okay, das Ziel von der, eh, finanzielle Un- 
825 terstützung von der Erwachsenenbildung ist, 
826 ehm, die Weiterbildung von erwachsenen Leu- 
827 ten. Das ist das Ziel, das man als Politiker er- 
828 reichen will und dazu stellt man Gelder zur Ver- 
829 fügung. Und jetzt ist natürlich-, das Ziel kann 
830 von einem privaten Organisation genauso gut 
831 erreicht werden, wie von einer Gemeinnützigen. 
832 Also mit, wieso kann ich einfach hingehen und 
833 sagen, nur die Gemeinnützigen sollen das be- 
834 kommen. //mhm// Wenn es die Privaten genau 
835 gleich gut kónnten. Wenn ich nur den Gemein- 
836 nützigen Geld gebe, dann tu ich ja die Privaten, 
837 eh, eh, Intere-, also, Privatinitiative, eh, benach- 
838 teiligen. Weil sie haben dann ja schlechtere fi- 
839 nanzielle Rahmenbedingungen als gemeinnüt- 
840 zige Institutionen. //mhm// Und so spürt man auf 
841 einmal eigentlich emotional táte ich sofort der 
842 Regierung zustimmen. Sachlich muss ich sa- 
843 gen, hallo, das ist ja Benachteiligung. //mhm// 
844 Wo am Schluss für vielleicht, oder, oh, man 
845 kann nicht sagen okay, wenn das eine grosse 
846 private Organisation ist, wie die Migros, oder, 
847 dann sagt ja jeder, also die Migros muss man 
848 jetzt nicht finanziell unterstütze, dass sie solche 
849 Kurse anbieten. Aber das kann jetzt auch sein, 
850 dass eine Frau ist, eine Privatperson, die eine 
851 sehr eine gute sprachliche Ausbildung hat und 
852 jetzt zum Beispiel Deutschkurse für Auslánder 
853 anbieten will. //mhm// Nur weil sie von ihrem 
854 Beruf lebt, leben muss letztendlich und die ge- 
855 meinnützige Institution, eh, mit welchem Recht 
856 tu ich jetzt eben sagen sie bekommt jetzt keine 
857 Gelder vom Staat über aber die gemeinnützige 
858 Institution ja. /mhm// … 
859 V: Wenn ich sie richtig verstehe, ist ihnen wich- 
860 tig als Politikerin möglichst viele Aspekte kön- 
861 nen- 
862 //M: Ja, nicht nur-// 
863 V: zu beleuchten, damit das ganze objektivier- 
864 barer ist. 
865 M: Dass es im Prinzip sachlichere, objektivier- 
866 barere Kriterien eigentlich hinein nehmen. 
867 //mhm// Und das tut man vielfach, oder, als Pri- 
868 vater ist das, ist das schwierig, weil da kommt 
869 jeder mit seinem persönlichen Background. 
870 //mhm// Und auf diesen bezieht man in die Ent- 
871 scheidung mit hinein. //mhm// 
872 V: Also, sie tun eigentlich die Politik ein biss- 
873 chen lósen von ihrer Person. Verstehe ich das 
874 richtig. Also, versuchen sie ihre persónliche Bi- 
875 ografie zu trennen davon- 
876 M: Ich schaue, dass die sachlichen Aspekte 
877 mehr einfliessen lasse. Aber natürlich gibt es 
59 
878 dann immer auch die privaten Aspekte, oder. 
879 Wenn man jetzt, ehm, das ist jetzt das Beispiel, 
880 wo eben, wo ich denke, wo jetzt mein private 
881 erste Gefühl nicht richtig ist. //mhm// Weil es 
882 eine Benachteiligung von anderen führen kann. 
883 Wenn ich aber hin gehe und es ist zum Beispiel 
884 eine Abwágung, Landwirtschaft steht ja im Inte- 
885 ressenskonflikt zwischen, ehm, zwischen wirt- 
886 schaftlichen Schaffen und Natur- und Land- 
887 schaftsschutz. Wenn ich halt einen Streifen am 
888 Bach frei lasse, zehn Meter, damit sich dort 
889 Vielfalt, eine Artenvielfalt entwickeln kann, dann 
890 habe ich weniger wirtschaftlichen Nutzen von 
891 meinem Boden. Und dort muss ich jetzt natür- 
892 lich komplett meine Privatwertung hineinbrin- 
893 gen. //mhm// Oder. Und muss sagen, .. ehm, ich 
894 werte das so, dass der Landschaftsschutz ge- 
895 nauso wichtig ist, bin aber dann handkehrum 
896 eben auch bereit, eh, eine Finanzierung, eine 
897 Entschádigung den Bauern dafür zu geben, 
898 eine finanzielle. Und da kommen dann die pri- 
899 vaten Wertigkeiten hinein. Weil das gibt dann 
900 Leute die sagen, also zehn Meter sind mir ent- 
901 schieden zu viel, das reichen drei Meter. 
902 //mhm// .. 
903 V: Eben, mich dünkt es noch ein schwieriger 
904 Grad- 
905 M: Es ist ganz eine schwierige Gradwanderung, 
906 oder. Und, ehm, die Gradwanderung klingt um- 
907 so besser, würde ich einmal sagen, je weniger, 
908 ehm, nah einem das Thema ist umso leichter 
909 fállt es einem objektiv zu sein, oder. 
910 V: Aber haben denn sie das Gefühl, das ist ihre 
911 Pflicht quasi, als Landtagsabgeordnete die Poli- 
912 tik, die Sachfragen so anzugehen. 
913 M: Ja. 
914 V: Sie verstehen sich auch so in dieser Aufga- 
915 be. 
916 M: Ja. Also ich verstehe es, eh, ich sehe es 
917 doch, vielfach die Aufgabe, eh, ist auf, bei den 
918 Entscheidungen zwischen den verschiedenen 
919 Interessen abzuwágen und zu gewichten, wel- 
920 che ist mir wichtig, das ist die eine, die eine 
921 Aufgabe, die man hat und wo dann etwas Per- 
922 sdnliches sehr stark mit hineinspielt. /mhm// 
923 Werte, die man hat. Und die andere Aufgabe ist 
924 aber auch sich quasi, ehm, der Sachlichkeit zu 
925 stellen, nicht alles nur aus subjektiver Sicht an- 
926 zuschauen, sondern auch objektiv einmal eine 
927 Betrachtungsweise durchzuführen. //mhm// Im 
928 Endeffekt ist dann am Schluss eine Kombinati- 
929 on. Aber ich finde die objektive Betrachtungs- 
930 weise, eh, relativ wichtig. ... //Ja// Oder, das 
931 man einfach .. wirklich die unterschiedlichen 
932 Aspekte be-, das faszinierende auch an der 
933 Politik ist eigentlich wie unglaublich verzahnt die 
934 ganzen Entscheidungen in einander sind. ... 
935 Oder, eben, wenn ich noch einmal auf das von 
936 der Erwachsenenbildung zum Beispiel zurück
        

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