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jetzt. Also dieses Selbstverständnis muss man 
als Frau haben, muss ehrlich sagen, dass ich 
selber damit Mühe gehabt habe. Also jetzt die 
grösste Überwindung für mich ist nach wie vor 
vorne in die erste Reihe hinein zu sitzen. 
(lacht).. 
V: Wieso denken sie, ist das so ein schwerer 
Schritt für die Frauen? 
M: Ich weiss es auch nicht. Aber das, das ist 
ganz klar ein Zugeständnis, die, die eigene Ak- 
zeptanz, Ich habe das wollen, ich bin da und ich 
gehe jetzt vorne rein. Und, eh, vielleicht auch- .. 
Mir hat, mir hat dann geholfen, dass einmal je- 
mand zu mir gesagt hat, hör zu, ich bin stolz auf 
dich. Ich bin stolz darauf, dass du diese Positi- 
on bekommen hast. Und darum möchte ich dich 
in der ersten Reihe sehen. Weil ich habe dazu 
beigetragen und eh, es ist, eh, ich freue mich, 
dass ich eine „Freie Liste-Frau“ in der ersten 
Reihe habe und ich bitte dich, das wirklich auch 
zu machen. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich 
dich auf einem Foto in der Zeitung sehe, weil 
ich weiss, da stehe ich dahinter. /mhm// Und 
ich glaube, das muss man sich, ehm, vielleicht 
als Frau stärker bewusst werden, denn als Frau 
ist man über Jahre, Jahrhunderte trainiert sich 
nicht einfach selber etwas zu nehmen und in 
die erste Reihe hinein zu sitzen. //mhm// Und 
ich glaube, es ist auch noch, eh, vielleicht etwas 
das, das bei mir jetzt anders ist als bei den an- 
deren Frauen. Ich habe mich, ich bin nicht ge- 
fragt worden, móchtest du zu uns in die Politik 
kommen. Sondern ich bin gegangen zur Partei, 
habe gesagt, ich will. //mhm// Ich bin auch her 
gegangen und habe gesagt, ich móchte Vorste- 
herin werden. Es ist, eh, die VU hat nicht bei 
mir angerufen und gesagt, Andrea móchtest du 
Vorsteherin werden. Ich glaube keiner Frau ist 
das, eh, in Mauren passiert, oder, also, ganz, 
ganz wenige Frauen, dass sie angerufen wer- 
den und wenn, dann ist man so erschrocken, 
erschrickt man so, dass man im ersten Moment 
sagt, nein, ganz sicher nicht, denn man hat es 
noch nicht durchgedacht. Und, .. ich glaube das 
ist ein Schritt, den viele Frauen noch machen 
sollten, dass man sich einfach sagt, ja, ich will. 
//mhm// Und ich, ich, eh, ich móchte politisch 
aktiv sein. Ich werde von mir aus aktiv. Ich war- 
te nicht passiv darauf, dass ich gefragt werde. 
Und das dünkt mich noch etwas, das Aktive und 
Passive dünkt mich etwas ganz Wichtiges. 
Ehm, vielfach wartet man darauf, dass etwas 
passiert. Aber wenn ich wirklich Veránderung 
herbeiführen will, dann muss ich aktiv werden. 
//mhm// Das ist auch, ehm, zum Beispiel, eh, in 
der Landtagsarbeit ganz klar zu spüren. Ich 
kann passiv immer schauen, was bringt mir die 
Regierung und dann schón brav mein Kommen- 
tar dazu abgeben. Dann werde ich aber immer 
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760 nur auf die Regierung reagieren und dann 
761 kommen nicht unbedingt die Themen, die ich 
762 will. Wenn ich aber aktiv etwas verándern will, 
763 dann muss ich aktiv werden und noch einen 
764 Vorstoss bringen, um dieses Thema zu setzen. 
765 Und, das ist das, eh, was wir jetzt natürlich 
766 auch in der Opposition machen und was nicht 
767 immer auf Freude bei den anderen stósst. Also, 
768 weil, wenn es natürlich dann mehr Arbeit gibt für 
769 alle Landtagsabegeordneten. Aber man muss 
770 es natürlich ganz klar sehen, dass die Oppositi- 
771 on nur etwas bewirken kann, wenn sie aktiv 
772 wird und aktiv werden heisst, eigenständig 
773 Vorstósse auszuarbeiten. //mhm// Während na- 
774 türlich eine Partei, die Regierungsráte hat, wird 
775 natürlich über die Regierungsráte aktiv. //Ja, 
776 mhm// Weil sie ja in die Regierung eingebunden 
777 ist, oder, also für die ist, ah, die setzen ihre 
778 Themen so. //mhm, mhm// ... 
779 V: Ehm, wie würden sie sich als Politikerin be- 
780 schreiben? Also, sie haben ganz viel geredet 
781 von ihrer Aufgabe in der Opposition, wie sie, 
782 wie sie ihre Arbeit auch verstehen. Aber wie 
783 würden sie sich so beschreiben? 
784 M: ... Das ist eine schwierige Frage. Also, .. ich 
785 kann es vielleicht so sagen. Was mir, eh, wich- 
786 tig ist, ist eigentlich die Sache. Und nu-, also, 
787 dass ich, ähm, ich möchte, vielleicht kann ich es 
788 so sagen, was ich sein möchte. Das fällt mir 
789 jetzt leichter, weil, ehm, an dem arbeite ich, 
790 dass ich so sein könnte. Ich möchte, in meiner 
791 Arbeit als Politikerin, eh, Menschen im Mittel- 
792 punkt zu behalten und eigentlich, ah, an den 
793 Rahmenbedingungen arbeiten, dass es quasi 
794 für alle gerechter wird. Also, ... das heisst für 
795 mich, dass ich hin gehe und das probiere aus 
796 möglichst objektivem, neutralem Gesichtspunkt 
797 anzuschauen. Ich denke, was, eh, vielfach als 
798 Politiker, die wir ja alle nicht hauptberuflich Poli- 
799 tiker sind, sondern es ist ja nur ein Teil von un- 
800 serem Leben, passiert einem noch relativ 
801 schnell, dass man quasi einfach seine eigenen 
802 Vorstellungen in die Politik hinein projiziert. 
803 Und, eh, vielfach gibt es aber über Thema, wie 
804 zum Beispiel jetzt Familienpolitik, dort gibt es 
805 massenhaft Studien, internationale Erkenntnis- 
806 se darüber und es ist wie ein Prozess, sich mit 
807 diesen Fakten zu beschäftigen. Und daraus 
808 auch zulässt, dass es dann vielleicht, ehm, 
809 auch andere Erkenntnisse gibt, als ich es jetzt 
810 gerade persönlich habe wollen täte. Also, wie, 
811 wie soll ich jetzt beschreiben. Ah, es kann, ah, 
812 es kann zum Beispiel sein, dass ich in einer .. 
813 Sache jetzt einfach gefühlsmässig, nehmen wir 
814 einmal, mh, Erwachsenenbildung ist jetzt gera- 
815 de ein Thema, das im nächsten Landtag 
816 kommt, oder. Und da ist die Fragestellung, sol- 
817 len private Unternehmer Erwachsenenbildung 
818 anbieten dürfen und vom Staat gleich subventi-
        

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