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ter, 3D-Computeranimation gearbeitet in der 
Entwicklung und im Vertrieb. //mhm// Und habe 
mich dann, als ich ins Liechtenstein zurück ge- 
kommen bin im Dienstleistung, in der Compu- 
teranimation und Grafik selbständig gemacht. ... 
V: Ja. Und ist ihnen das jetzt irgendwie auch in 
ihrem politischen Alltag hilfreich oder hat, gibt 
es dort Sachen, dort heraus kónnen ziehen? 
Aus dem- 
M: Für mich ist es immer lustig gewesen, wie 
vergleichbar eigentlich meine berufliche Tátig- 
keit gewesen ist. Oder, wenn man, wenn man 
jetzt, eh, in der Grafik zum Beispiel, eh, in eine 
Firma geht und dann muss man die Firma ken- 
nenlernen, man muss sie in relativ kurzer Zeit 
erfassen, was ist in dieser Firma wirklich das 
Wesentliche. Was ist der Kern, von, von, eh, 
von dem, was die Firma macht und muss das 
dann, eh, jemand drittem vermitteln in móglichst 
klaren, einfachen Worten und Bildern. //mhm// 
Und das ist schon vielfach das was man unter 
Politik muss, man muss komplexe Zusammen- 
hánge erstens verstehen, man muss sie an- 
schauen, man muss das Wesentliche erkennen, 
man muss dann das Wesentliche im Prinzip klar 
und einfach erläutern können. Und das ist ganz 
ein analoger Prozess. //mhm// Und, ehm, viel- 
leicht spürt man auch von der Ausbildung her, 
habe ich sehr viel mit Konzeptionen zu tun ge- 
habt und darum fasziniert mich auch Landtags- 
arbeit, weil es dort natürlich in der Gesetzge- 
bung immer um, wie konzipiert man etwas, wie, 
wie schafft man Strukturen, damit nachher et- 
was so funktioniert, wie man es móchte. Es ist 
etwas, das mich total fasziniert, das Thema und 
das dazu geführt hat, dass ich nach, eh, z-, ein- 
einhalb Jahre Landtag, ehm, mich dafür ent- 
schieden habe, jetzt ein Jus-Studium zu ma- 
chen. 
IN: Ja?// 
M: Ja. Ich also vor einem Jahr angefangen Jus 
zu studieren und bin jetzt in den ersten Diplom- 
prüfungen drinnen. Also einen, einen Teil habe 
ich schon. //Ja// Und- 
/N: Und, wo machen sie das?// 
M: Das mache ich im Fernstudium in (Linz?). 
I Ja// Kann ich natürlich die, sehr schön, oder, 
weil das Fernstudium gibt mir die Móglichkeit 
Zeit frei einzuteilen und es damit mit der Land- 
tagsarbeit gut kombinieren zu kónnen. 
IN: Ja, aber das ist ein rechtes Pensum, oder? 
Das, was-// 
M: Es ist schon ein rechtes Pensum (lacht) und 
es ist auch, also, ehm, ich habe auch gespürt, 
ich muss, eh, ein wenig einen lángeren, einen 
langsameren Takt im Studium einschlagen als 
ein normaler Student. Wenn man es berufs- 
begl-, berufsbegleitend macht und letztendlich 
ist für mich die Landtagsarbeit heute mein 
56 
524 Hauptberuf, eh, dann, kann man einfach nicht 
525 Vollzeit studieren. Und das muss man dann ein- 
526 fach die Prüfungen ein bisschen auseinander- 
527 ziehen. //mhm, genau// (beide lachen) .. 
528 V: Das klingt spannend. Sie haben vorher von 
529 ihrer Tochter erzáhlt, sie lebt mit ihnen hier- //M: 
530 Ja// (Telefon klingelt, M. nimmt Anruf entgegen) 
581 V: Sie studieren jetzt, sind im Landtag, sind sie 
532 auch anders erwerbstátig? 
533 M: Das habe ich am Anfang, das erste halbe 
534 Jahr habe ich noch parallel Dienstleistung ge- 
535 macht. Und, das ist aber vóllig unmóglich ge- 
536 wesen. Also Dienstleistungen machen, Land- 
537 tagsarbeit plus Studium da ist man also, plus 
538 Kind, da ist man absolut zu viel und als ich 
539 dann nach einem halben Jahr gemerkt habe, 
540 also das Studium passt mir wirklich und das 
541 móchte ich durchziehen, habe ich eigentlich 
542 meine Dienstleistung aufgegeben. Also nur 
543 noch ganz selten, dass ich etwas zeichne, weil 
544 ich halt, wenn man zehn Jahre mit Kunden ge- 
545 arbeitet hat, dann mag man die auch nicht von 
546 heute auf morgen einfach sagen, du, jetzt 
547 zeichne ich nicht mehr für dich. ... 
548 V: Ehm, nach ihrer Einschátzung, was ist für sie 
549 hilfreich gewesen auf ihrem Weg in den Land- 
550 tag? ... 
551 M: Also, was mir aufgefallen ist bei den letzten 
552 Landtagswahlen, ist, dass, eigentlich nur Frau- 
553 en gewáhlt worden sind, die bekannt gewesen 
554 sind. //mhm// Und zwar bekannt im Zusammen- 
555 hang mit einer politischen Tátigkeit. Sei es, 
556 dass sie im Gemeinderat gewesen sind, sei es 
557 dass sie irgendwo in einem Prásidium mitgear- 
558 beitet haben und bei mir ist es eigentlich die 
559 Vorsteherkandidatur gewesen. Ohne diese Be- 
560 kanntheit durch die Vorsteherkandidatur und 
561 das tolle Ergebnis dort, glaube ich nicht, dass 
562 ich in den Landtag gewáhlt worden wäre. 
563 V: Es war also wirklich die Bekanntheit, die ent- 
564 scheidend ist gewesen für ihre Wahl, nach ihrer 
565 Einschätzung. 
566 M: Ja, die Bekanntheit und aber die Bekanntheit 
567 im Zusammenhang mit einer politischen Tätig- 
568 keit, dass man es einem wirklich zutraut. Ich 
569 habe immer das Gefühl, das ist ja im Beruf im- 
570 mer das gewesen, ich habe nie das Gefühl ge- 
571 habt, ich habe ja in einem sehr männlichen Be- 
572 ruf gearbeitet, ehm, dass ich, ehm, benachteiligt 
573 bin, wirklich. Aber was es immer gewesen ist, 
574 ist, gerade wenn man in der Computertechnik 
575 kommt als Frau, ich habe immer zuerst klar 
576 stellen müssen, dass ich Sachwissen habe und 
577 wenn das klar gewesen ist, dann bin ich akzep- 
578 tiert gewesen. Und ich habe manchmal das Ge- 
579 fühl, das ist in der Politik das gleiche. Man 
580 muss, ehm, man muss schon noch als Frau 
581 auch zeigen, dass man tatsächlich politisches 
582 Wissen hat, dass man etwas kann und das ist
        

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