sich weniger zwischen den Parteien als vielmehr zwischen den ‚Oberrheinischen Nach- 
richten‘, die sich auf die Seite der Volkspartei schlugen und dem regierungstreuen ‚Volks- 
blatt‘, das die FBP unterstützte. Bis heute verfügt Liechtenstein über zwei Tageszeitungen, 
die zugleich auch Parteiorgane sind: Das ‚Liechtensteiner Vaterland‘, die Zeitung der VU 
(Vaterländische Union) und das ‚Liechtensteiner Volksblatt‘, das Organ der FBP (Wasch- 
kuhn 1994: 243-244). 
Anfangs war die Parteizugehörigkeit noch fliessend. Ausschlaggebend war die soziale, 
bzw. wirtschaftliche Stellung des Einzelnen. Beck, der durch seine Ausbildung und seine 
ersten beruflichen Tätigkeiten in der Schweiz von deren liberalen und demokratischen Ge- 
dankengut geprägt war, konnte die in der Schweiz tätigen Saisonarbeiter und die gegen 
den österreichischen Einfluss opponierende Bevölkerungsgruppe gewinnen. Geografisch 
waren beide vorwiegend im Oberland vertreten. Das Unterland, das angrenzend an Öster- 
reich, bessere Bedingungen für die Landwirtschaft hatte, formierte sich um den Landwirt 
Peter Büchel, der sich „für den Fortbestand einer Landespolitik nach monarchisch-konser- 
vativen Werten" und einem ,gesunde[n] Fortschritt in den Bahnen der Gesetzlichkeit" 
(Waschkuhn 1994: 244-245) einsetzte. Die FBP verstand sich seit Anbeginn als eine 
Sammelpartei, in der alle Schichten vertreten sein sollten. Die Volkspartei galt hingegen 
damals mit ihren roten Ansichten als sehr radikal und revolutionär. 
Die heutige VU entstand 1936 aus dem Zusammenschluss der Volkspartei mit dem Liech- 
tensteinischen Heimatdienst. Nachdem 1928 die Volkspartei mit allen Versuchen wieder 
an die Macht zu gelangen gescheitert war, erhofften sie sich mit diesem Zusammen- 
schluss einen Weg aus der politischen Misere. „Nur Schwäche gepaart mit politischem 
Kalkül, brachte die ungleichen Paare zusammen“ (Geiger 1997: 414). Geteiltes Ziel war 
der Sturz der Bürgerpartei. Gab sich die Volkspartei betont demokratisch, proschweize- 
risch und antinazistisch, verstand sich der Heimatdienst als nationale Opposition im 
„rechtsgerichteten und deutschvölkischen Sinn“ (Geiger 1997: 415). Die Fusion dieser 
beiden Parteien verschaffte der Opposition eine breitere Grundlage und eine einheitliche 
Organisation. Die beiden Flügel Volkspartei und Heimatdienst bestanden aber fort. 
Die beiden Grossparteien, die ‚Roten‘ und die ‚Schwarzen‘ dominieren nach wie vor das 
politische Geschehen. Die ideologischen Ausprägungen haben sich über die Zeit stärker 
angeglichen, was als direkte Folge des kompetitiven Zweiparteiensystems betrachtet wer- 
den kann, das die Stimmenmaximierung als Hauptziel politischen Handelns hat. „Beide 
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