Internationale Steuerplanung - DBA Liechtenstein/Schweiz 
kommen. Bei der Nutzung der Anstalt für die Planung der Nachfolge, ist der Zweck dieser Anstalten 
vorwiegend auf die Unterstützung einer oder mehrerer Familien begrenzt. In diesem Falle wird das 
sich in der Anstalt befindende Vermögen für die Unterstützung dieser Familien verwendet, in dem es 
für die Ausbildung, die Erziehung, die Bestreitung des Lebensunterhaltes oder die Ausstattung von 
diesen Familienmitgliedern genutzt wird. In diesem Sinne spricht man auch oft von einer Familienan- 
stalt oder Familienstiftung.“* Im Beistatut oder Reglement werden die Familienangehórigen bzw. 
Begünstigten bezeichnet, welche in den Begünstigtengenuss kommen können.“ 
Die Ausgestaltung als Ermessensanstalt hat jedoch bei der Errichtung steuerliche Konsequenzen, wel- 
che es mit der laufenden Besteuerung abzuwägen gilt: 
a) Intransparente dh. steuerlich anerkannte Ermessensanstalt: 
Da sich der Gründer bei dieser Form der Anstalt endgültig vom Vermögen trennt, fällt in den meisten 
Kantonen in der Schweiz die Erbschaft- oder Schenkungssteuer bei der Errichtung der Anstalt an. 
Diese wird meistens zum Steuersatz von Nichtverwandten erhoben, was zum maximalen Steuersatz 
führt. Dies deshalb, weil die Anstalt zum Gründer in keinem Verwandtschaftsverhältnis steht.” Bei- 
spielsweise wird in Zürich bei der Errichtung einer Ermessensanstalt für Nichtverwandte der sechsfa- 
che Betrag der einfachen Steuer als zu entrichtende Schenkungssteuer dazugeschlagen, was beträchtli- 
che Summen ergeben kann.?! 
Die laufenden Erträge der Anstalt, als unbeschränkt Steuerpflichtiger in Liechtenstein, werden mit 
12,5 % besteuert, wobei Beteiligungserträge nicht besteuert werden.“ Wie bereits dargelegt, kann 
diese Form der Anstalt normalerweise die Verrechnungssteuerbelastung in der Schweiz aufgrund des 
DBA auf 0 % reduzieren oder zumindest auf 15 % anstatt 35 %.> 
Bei Auskehrung des Vermógens an einen Begünstigten mit Wohnsitz in der Schweiz ist der Empfän- 
ger wiederum verpflichtet die Einkommenssteuer gemüàss Tarif auf den erhaltenen Betrag zu zahlen.^* 
b) Die verkehrstypische dh. transparente Anstalt: 
Da der Gründerrechtsinhaber sich nicht wirklich von den Vermógenswerten bei Einbringung in die 
verkehrstypische Anstalt trennt, liegt keine schenkungssteuerpflichtige Schenkung vor. Die Vermó- 
genswerte werden weiterhin dem Gründer zugerechnet.^? 
Die laufenden Erträge unterliegen in Liechtenstein der unbeschränkten Steuerpflicht in Höhe von 12,5 
% oder möglicherweise nur der Minimumertragssteuer in Hôhe von CHF 1°200.00, falls die Anstalt 
den Privatvermôgensstatus beantragen sollte.”’° In der Schweiz ist aufgrund der steuerlichen Nichtan- 
  
248 Jakob, 2009, S. 169 f. 
249 siehe Kapitel 2.6. 
250 Bauer-Balmelli & Harbeke, 2009, Abschnitt 7.3. 
251 8 27 u. 23 ESChG ZH. 
252 siehe Kapitel 2.7.2. 
253 siehe Kapitel 4. 
254 Bauer-Balmelli & Harbeke, 2009, Abschnitt 7.3. 
255 Maute & Holenstein, 2010, S. 4. 
256 siehe Kapitel 2.7.2 u. 2.7.3. 
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