Vergleich Dachstiftung segmentierte Stiftung 
Die Dachstiftung mit unselbstindigen Unterstiftungen tritt im Regelfall als gemeinnützige Stiftung 
auf. In ihren Unterstiftungen vereinigen sich die Vermögenswerte verschiedener Geldgeber. Für ihren 
Zweck ist ausserdem charakteristisch, dass er gewöhnlich sehr weitläufig abgefasst ist. Dies soll es 
ermöglichen, das Spektrum der wohltätigen Interessen der potentiellen Zustifter in den entsprechenden 
Unterstiftungen möglichst umfassend abzubilden.!® Als Zustifter sind dabei Personen zu verstehen, die 
der Stiftung nach deren Errichtung weiteres, zweckgebundenes Vermögen übertragen". 
Es gibt eine Vielzahl von Beweggründen für die Errichtung von Stiftungen. Im Allgemeinen sind sie 
der Ausfluss der Persönlichkeit des Stifters, dessen Absichten, Vorstellungen und Erwartungen in 
Bezug auf seine Person, seine Familie oder gesellschaftliche Umstände sich in der Stiftung manifestie- 
ren. Die Errichtung von Dachstiftungen erfolgt meist von Beginn an mit der Absicht, weitere Unter- 
stiftungen aufzunehmen. Allerdings ist es auch möglich, dass sich gewöhnliche Stiftungen mit statuta- 
rischen Öffnungsklauseln, durch die Annahme von Zustiftungen erst im Laufe ihres Daseins zu 
Dachstiftungen entwickeln.!® Seit 1972 gibt es beispielsweise die Limmat Stiftung, die als gemeinnüt- 
zige Dachstiftung fungiert. Aber auch Finanzdienstleister wie Grossbanken bieten mittlerweile ge- 
meinnützige Dachstiftungen an. Diese Anbieter verstehen sich als Serviceerbringer im Philanthropie- 
sektor für die Vereinfachung der Verwaltung von Zustiftungen ihrer Kunden.” 
Wie bereits erwähnt, tritt die Verwendung des Dachstiftungsmodells vor allem im Zusammenhang mit 
gemeinnützigen Zielsetzungen auf. Die im Vergleich zur Familienstiftung eher untergeordnete prakti- 
sche Relevanz von gemeinnützigen Stiftungen in Liechtenstein dürfte dazu beigetragen haben, dass 
das Konzept der Dachstiftung bisher nicht von Bedeutung für den Stiftungssektor in Liechtenstein 
War. 
Da die vorliegende Arbeit einen Vergleich der Dachstiftung zur segmentierten Stiftung anstrebt und 
diese, wie anschliessend ausgeführt wird, in ihrer Ausgestaltung niemals ein solches Beziehungsge- 
flecht verschiedener Stiftungen mit Rechtspersönlichkeit innerhalb eines konzeptionellen Rahmens 
herstellen kann, soll sich die Betrachtung in dieser Arbeit auf das Dachstiftungsmodell mit unselbstän- 
digen Stiftungen beschränken. 
  
16 Sprecher, Die Dachstiftung — eine Skizze, in Jakob (Hrsg), Perspektiven des Stiftungsrechts in der Schweiz und in Europa 
(2010) 53 f. 
' Rawert, Die Zustiftung — Zugleich ein Beitrag zur Lehre vom funktionalen Stiftungsbegriff, in Jakob (Hrsg), Perspektiven 
des Stiftungsrechts in der Schweiz und in Europa (2010) 24. 
1$ Studen, Die Dachstiftung 7 f. 
1? Cueni, Die Philanthropie-Beratung in der Schweiz wächst, DIE STIFTUNG, Sonderausgabe Schweiz, 2013 (8).
        

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