Vergleich Dachstiftung segmentierte Stiftung 
1. Einleitung 
Der Grundgedanke der Stiftung 1st gemeinhin die dauerhafte Verselbstándigung eines Vermögens zu 
einem bestimmten Zweck, der vor allem auch nach dem Tod des Stifters weiterhin verwirklicht wer- 
den kann.! Die Anwendung des Stiftungskonzeptes lásst sich bereits in die Zeit der frühen Hochkultu- 
ren wie beispielsweise die ägyptische zurückführen. Auch die antike Platonische Akademie kann als 
Stiftung charakterisiert werden, denn Platon verfügte, dass sein Privatvermögen nach dem Tod der 
Akademie zufallen solle, damit sie seine Arbeit ohne finanzielle Probleme und frei von jeglicher Be- 
einflussung fortführen kónne? Auch im Mittelalter erfreuten sich Stiftungen bereits grosser Beliebt- 
heit. Einerseits wurden Stiftungen auf Basis des Kirchenrechts als Unterhaltsstiftungen für sakrale 
Bauten oder Geistliche errichtet. Andererseits entstanden zu dieser Zeit auch bereits karitative Stiftun- 
gen, die als Ursprung der heutigen Stiftungen angesehen werden können. Ein Beispiel dafür ist das 
Inselspital in Bern, dass auf Basis einer letztwilligen Verfügung im Jahr 1353 errichtet wurde und bis 
heute besteht? 
Auch im islamischen Kulturkreis war die Errichtung von Stiftungen weit verbreitet. Im Gegensatz zum 
christlich geprägten Stiftungswesen erlangte die Familienstiftung in der islamischen Welt schon früh 
an Bedeutung. Obwohl ein frommer Zweck für die Rechtsgültigkeit einer Stiftung, die dort als Waqf 
bezeichnet wird, zwingend erforderlich ist, war es üblich, dass sich der Stifter selbst und seine Ver- 
wandten und anschliessend die entsprechenden Nachkommen als Begünstigte einsetzte. Erst wenn 
keine Nachfahren mehr existierten, sollte das Stiftungsvermögen für karitative Zwecke verwendet 
werden. Das im Vergleich zu den damaligen europäischen Verhältnissen sehr strenge islamische Erb- 
recht, dessen Anwendung durch die Errichtung derartiger Familienstiftungen vermieden werden konn- 
te, ist einer der Hauptgründe für die frühzeitige Ausbreitung der Familienstiftung im islamisch gepräg- 
ten Rechtsraum.* 
  
! Arnold in Arnold/Ludwig (Hrsg), Stiftungshandbuch? (2013) Rz 1/6. 
? Strachwitz, Traditionen des deutschen Stiftungswesens — ein Überblick, in Strachwitz/Mercker (Hrsg), Stiftungen in Theo- 
rie, Recht und Praxis (2005) 35. 
? Purtschert/von Schnurbein/Beccarelli, Gemeinnützige Stiftungen in der Schweiz — Zwischen Aufbruch und Bewahrung, in 
Egger/Helmig/Purtschert (Hrsg), Stiftung und Gesellschaft — Fine komparative Analyse des Stiftungsstandortes Schweiz 
(2006) 93. 
4 Liermann, Geschichte des Stiftungsrechts (2002)? 35.
        

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