Vergleich Dachstiftung segmentierte Stiftung 
Hingegen sind die jeweiligen Segmentvermögen als zweckgebundene Mittel für den jeweiligen Tätig- 
keitsbereich zu verwenden. Im Zweifelsfall gehören Vermögenswerte, die sich nicht zuordnen lassen, 
zum Kernvermögen.!? 
Zur Bestimmung der Höhe des Mindestvermögens des Kerns kommen die spezifischen Vorschriften 
für die Verbandspersonen zur Anwendung. Gleichzeitig muss jedem Segment eine Mindestreserve 
zugeteilt sein. Diese gesetzliche Mindestreserve entspricht dem Mindestvermógen des Kerns."5 Bei 
einer segmentierten Stiftung setzt sich das Mindestvermógen als juristische Person ohne zerlegtes 
Kapital gemáss Art 122 PGR somit aus 30'000 Schweizer Franken Kemvermógen und jeweils weite- 
ren 30'000 Schweizer Franken pro Segment zusammen. Neben der Einzahlung des Mindestvermógens 
in der Landeswährung Schweizer Franken sind auch die Währungen US-Dollar und Euro zugelassen. 
Allerdings erfolgt betragsmässig keine Umrechnung zum tatsächlichen Wechselkurs des Frankens in 
die entsprechende Fremdwährung. Quantitativ beläuft sich die Summe des Mindestvermögens und der 
Mindestreserve stets auf 30'000.127 
Die gesetzliche Mindestreserve muss zu jeder Zeit bestehen. Ausnahmsweise darf sie zur Verlustde- 
ckung oder für andere Massnahmen verwendet werden, um den Fortbestand der segmentierten Stif- 
tung zu sichern. Sobald die Reserve eines Segmentes Jedoch auf weniger als die Hälfte des Mindest- 
wertes sinkt und es absehbar ist, dass sich dieser Zustand in den folgenden zwei Monaten nicht positiv 
verandern wird und auch kein Rangrücktntt vorliegt, sind die Segmentgláubiger vom Stiftungsrat über 
diesen Umstand zu informieren.? Im Vergleich zu Gläubigern einer Stiftung sind Gläubiger segmen- 
tierter Süftungen durch diese Bestimmung besser geschützt, denn beim Ausfall des Segmentvermó- 
gens, gegen das sich der Glàubigeranspruch nchtet, haftet das Kernvermógen nachrangig. Daraus 
ergibt sich, dass der Gláubiger de facto vom doppelten Mindestvermógen geschützt sind."? 
Basierend auf dem strikten Trennungsprinzip der einzelnen Segmentvermógenswerte ist eine Übertra- 
gung des Vermógens zwischen den Segmenten nur unter strengen Auflagen móglich. So sieht das 
Gesetz vor, dass eine Mittelverschiebung nur erfolgen kann, wenn ein sachlich gerechtfertigter Grund 
dafür vorliegt und ein Richter im Ausserstreitverfahren hierzu seine Genehmigung erteilt hat. Auch 
diese Regelung gilt primár dem Gláubigerschutz. Hingegen ist eine Zuweisung von Segmentvermógen 
an Dritte problemlos móglich. Zu beachten sind hierbei lediglich die gesetzlichen Bestimmungen 
  
135 Helbock/Hammermann, Segmentierte Verbandsperson 14. 
126 BuA Nr. 69/2014, 47. 
127 PGR Art 13 Abs 1. 
128 PGR Art 243 e. 
1? Schurr/Wohlgenannt, Einführung segmentierte Verbandsperson 31. 
28
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.