Vergleich Dachstiftung segmentierte Stiftung 
Gefährdung seiner Interessen durch die Segmentierung glaubhaft darlegen kann. Eine glaubhafte Dar- 
stellung ist bereits dann gegeben, wenn eine Bedrohung der Gläubigeransprüche schlüssig nachvollzo- 
gen werden kann. Nachdem sämtliche Gläubigerforderungen befriedigt oder sichergestellt sind und die 
Frist von zwei Monaten abgelaufen ist, kann beim Handelsregister die Eintragung der Umwandlung in 
eine segmentierte Stiftung beantragt werden. Der Antrag hat unter Einreichung eines Nachweises der 
Einhaltung der Zweimonatsfrist, des Beschlusses zur Umwandlung der Stiftung und des Revisionsbe- 
richtes zu erfolgen.” Analog ist es auch möglich, eine segmentierte Stiftung in eine unsegmentierte 
umzuwandeln.” 
5.3. Errichtung der Dachstiftung 
Wie eingangs ausgeführt, ist auch die Dachstiftung in der Schweiz keine eigene Rechtsform. Sie ba- 
siert als Organisationskonzept auf den gesetzlichen Bestimmungen des schweizerischen Stiftungsrech- 
tes. Auch hier gelten als Voraussetzungen für die Errichtung einer Stiftung die Widmung eines Ver- 
mógens für einen bestimmten Zweck." Sie kann ebenfalls zu Lebzeiten oder von Todes wegen errich- 
tet werden. Im Gegensatz zu Liechtenstein hat die Absichtserklärung des Stifters, eine Stiftung errich- 
ten zu wollen, jedoch mittels öffentlicher Urkunde zu erfolgen.” 
Die Beurkundung soll dem Schutz des Stifters dienen. Durch den Beizug einer qualifizierten Urkunds- 
person kann sichergestellt werden, dass der Stifter die notwendige Belehrung und Hilfestellung zur 
Formulierung seines Willens in der Stiftungsurkunde erhält.” Bei der Beurkundung ist der Stifter ört- 
lich nicht gebunden. Er kann die öffentliche Beurkundung in dem Kanton seiner Wahl oder sogar im 
Ausland vornehmen lassen. Eine Einschränkung ergibt sich nur, wenn die Widmung von Grundstü- 
cken oder damit verknüpfte Rechte an die Dachstiftung erfolgen soll.” 
Seit Beginn des Jahres 2016 sind sämtliche schweizerischen Stiftungen zur Eintragung in das Handels- 
register verpflichtet. Vorher waren kirchliche Stiftungen und Familienstiftungen von dieser Regelung 
ausgenommen. Im Vergleich zu Liechtenstein gibt der Gesetzgeber keine zwingenden Mindestinhalte 
für die Stiftungsurkunde vor. Jedoch ist es ratsam, die wichtigsten Regelungspunkte wie Name, Sitz, 
  
72 BuA Nr.69/2014, 40. 
73 Helbock/Hammermann, Segmentierte Verbandsperson 9. 
7! ZGB Art 80. 
75 ZGB Art 81. 
76 Bôsch, Liechtensteinisches Stiftungsrecht 105. 
7 Grüninger in Honsell/Vogt/Geiser, Basler Kommentar Zivilgesetzbuch (2014)? Art 81 Rz 8. 
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