Nationale Umsetzung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie 
oder natürliche Personen mit direkten oder indirekten Eigentumsrechte sind oder auf andere Weise 
letztlich Kontrolle ausüben, die Anwendung von verstärkten Sorgfaltspflichten letztendlich zielfüh- 
rend ist. 
Zudem könnte man sich mit der Frage auseinandersetzen, wie die drei grössten Finanzinstitute in 
Liechtenstein — nachdem auch inländische PEPs den verstärkten Sorgfaltspflichten zu unterstellen sein 
werden — die Geschäftsbeziehungen mit inländischen PEPs hinsichtlich Transaktionsabklärungen, 
dazugehöriger Dokumentationen und allenfalls steigenden Kontogebühren regeln werden. Dies insbe- 
sondere unter dem Aspekt, dass in Liechtenstein aufgrund seiner überschaubaren Bevölkerungszahl 
ein verháltnismássig grosser Personenkreis als bekanntermassen nahestehende Personen? von PEPs 
angesehen werden kónnte. 
4.3.5 Neue Befreiungsregeln für E-Geld-Produkte 
Bisher konnte elektronisches Geld unter vereinfachten Sorgfaltspflichten ausgegeben oder verwaltet 
werden, sofern bei einem nicht wiederaufladbaren Datentráger der gespeicherte Betrag nicht mehr als 
CHF 150 beträgt oder bei wiederaufladbaren Datentráger sich in einem Kalenderjahr der ausgegebene 
oder verwaltete Betrag auf nicht mehr als CHF 2500 belàáuft/* Neu wird voraussichtlich eine eigene 
Normierung für E-Geld-Produkte zugrunde gelegt, in welcher die neuen Befreiungsregeln mit den 
risikomindernden Voraussetzungen angeführt werden. Demnach darf ein nicht wiederaufladbarer Da- 
tentráger der gespeicherte Betrag von monatlich CHF 250 nicht überschreiten. Werden diese Voraus- 
setzungen erfüllt, würde dies zur Befreiung der Sorgfaltspflichten (mit Ausnahme eines Verdachts- 
momentes auf Geldwäsche) führen.*® 
4.3.6 Einhaltung der Bestimmungen in Mitgliedsstaaten und Drittländern 
Auf Grundlage des Art. 2 Abs. 1 Bst. g), Art. 10 Abs. 5 und Art. 14 Abs. 3 SPG erstellte die FMA eine 
Liste der Länder mit gleichwertigen Regelungen auf.?? Darin wird aufgeführt, welche Drittstaaten, als 
nicht Mitgliedstaaten, gleichwertige Regelungen zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismus- 
finanzierung aufweisen.?” 
Die EU-Kommission wird neu Rechtsakte erlassen, um „Drittländer mit hohem Risiko“ zu ermitteln, 
welche strategische Mängel bei der Bekämpfung der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, bei 
  
266 Vgl. Art. 2 SPV. 
267 Art. 10 Abs. 1 Bst. h) SPG. 
268 Art. 12 RL (EU) 2015/849. 
29 FMA-Mitteilung Nr. 1/2012. 
nm Vgl. auch Liste des EU-Committee on the Prevention of Money Laundering and Terrorist Financing. 
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