Nationale Umsetzung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie 
tes zu, dass nicht nur Trusts, sondern auch andere Arten von Rechtsvereinbarungen nach diesen Arti- 
kel angewandt werden können, die in ihrer Struktur und Funktion Trusts ähneln.?®' 
Es ist davon auszugehen, dass die Umsetzung des WB-Registers mit einer Gleichbehandlung von 
Trust und Stiftungen erfolgen wird, insbesondere da sich diese Gleichbehandlung — wie oben ange- 
führt — auch rechtfertigen lassen sollte. Eine Ungleichbehandlung würde ansonsten einen nicht uner- 
heblichen Wettbewerbsnachteil für die Stiftung bedeuten. 
4.3.4 Besondere Pflichten im Umgang mit politisch exponierten Personen 
Im Vergleich zu den bisherigen Regelungen zu politisch exponierten Personen wird sich der Gel- 
tungsbereich in zwei Bereichen erweitern. Zum einem müssen die Gescháftsbeziehungen und Transak- 
tionen nicht mehr nur mit auslándischen PEPs/?, sondern neu auch mit inländischen PEPs unter ver- 
stárkten Sorgfaltspflichten überwacht werden. Zum anderen sind auch Direktoren, stellvertretende 
Direktoren und Mitglieder des Leistungsorgans oder eine vergleichbare Funktion bei einer internatio- 
nalen Organisation unter dem Begriff PEP zu berücksichtigen.“ Diese zwei Änderungen werden unter 
Berücksichtigung der bisherigen Normierungen voraussichtlich im SPV vorgenommen. 
Zudem könnte in Art. 11 Abs. 4 SPG das Erfordernis erweitert werden, dass Geschäftsbeziehungen 
mit PEPs einer verstürkten fortlaufenden Überwachung unterzogen werden miissen. Da Geschäfts- 
beziehungen und Transaktionen mit PEPs ohnehin einer der genannten Fälle ist, bei denen verstärkte 
Sorgfaltspflichten anzuwenden sind, beläuft sich der Mehrwert dieser weiteren Erfordernis augen- 
scheinlich nur durch das Wort ,fortlaufend", was meiner Einschätzung nach ohnehin schon praktiziert 
wird. 
Zusätzlich sollte zu diesen Änderungen betreffend PEPs unter Berücksichtigung der Praxis Folgendes 
berücksichtigt werden: 
Aufgrund der Ausweitung des Begriffs der wirtschaftlich berechtigten Person (siehe Ziffer 4.2.2) wird 
sich in formeller Hinsicht voraussichtlich auch die Anzahl von Geschäftsbeziehungen mit PEPs erhö- 
hen. Hier wird sich meines Erachtens der liechtensteinische Gesetzgeber bzw. die FMA überlegen 
müssen, ob bei Geschäftsbeziehungen mit solchen PEPs, welche nicht Vertragspartner, Begünstigte, 
  
?5 Anm.: Zu berücksichtigen ist, dass nach Art. 2 Abs. 1 Ziff. 4 AIA-Gesetz (LGBl. 2015 Nr. 355) ein Trust und eine Stif- 
tung gemeinsam unter die Begriffsbezeichnung ,,Rechtstráger* (Entity) fallen, also augenscheinlich auch eine Gleichbe- 
handlung vorliegt. 
?9. Vgl. Art. 2 Abs. 1 Bst. h) SPG oder Art. 14 Abs. 4 RL 2005/60/EG. 
26 Art. 20 RL (EU) 2015/849. 
264 Art 3 Ziff. 9 Bst. h) RL (EU) 2015/849. 
25 Art. 20 Bst. b) iii) RL (EU) 2015/849. 
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