Konfliktsituation. So zog er sich anscheinend tatenlos auf sein Schloss zurück und sah zu, 
wie die Bündner Truppen sich in Maienfeld und auf dem St. Luzisteig-Pass stationierten. ^! 
Bütler schrieb in seiner Erzählung von 1911, dass Sigmund von Brandis beim Angriff der 
schwäbischen Truppen unter der Leitung seines Bruders Ludwig keinerlei Widerstand ge- 
leistet habe. Anscheinend habe er nach dem Überfall auf Maienfeld sogar das Kommando 
über 400 Landsknechte des Schwäbischen Bundes übernommen, welche das Städtchen nun 
belagerten. 102 
Als die Eidgenossen den Bündnern zu Hilfe eilten und die Stadt zurückerobern wollten, 
floh Ludwig von Brandis mit Sigmunds Frau nach Vaduz zurück, während Sigmund in 
Maienfeld blieb und sein Schicksal abwartete. Bütler zitierte dazu eine Quelle, welche er 
leider nicht benannte: „Freiherr Sigmund von Brandis hat ‚mit hülender Stimme, wainen- 
den ougen, schwerem betrübtem hertzen‘ vom Turme seines Schlosses aus das Eindringen 
des Feindes in das Städtchen beobachtet und sich hierauf ohne weiteres ergeben. 9? 
Sigmund wurde nach Chur gebracht und dort inhaftiert. In einem Schreiben vom 1. Oktober 
1499 bat er um seine Freilassung, da der König die gefangenen Bündner ebenfalls freige- 
lassen habe. „Als dann nach lut der bericht der kunig die gefangnen us den pundten ledig 
gelaussen hat etc., bittend wir, unns och [...] ledig zelaussen. “'* Sigmund erhielt darauf 
alle seine Rechte wieder zuriick und kehrte in sein Schloss nach Maienfeld zuriick. Nach 
seinem Tod geriet die Herrschaft Maienfeld 1509 in den Besitz der Drei Biinde, dem heuti- 
gen Kanton Graubünden. 
4.2.9. Hans von Königsegg 
Hans von Königsegg ist in Minsts Burgenspiel der Verlobte von Roswitha und Rivale von 
Wirnt, welcher als kaiserlicher Feldhauptmann, vom Schwäbischen Bund beauftragt wurde, 
mit seinen Truppen Stellung auf Burg Gutenberg zu beziehen. Als Ludwig von Brandis bei 
einem Glas Rotwein dem Burgvogt, Ulrich von Ramschwag, berichtet, er wolle die Steig 
und Maienfeld einnehmen und die Bündner von dort verdrángen, meint Kónigsegg: „Leider 
  
1?! Vgl. Goop, 1999, S. 33ff. 
'? vg]. Bütler, 1911, S. 164 
1 Biitler, 1211, S. 166 
1% 1 jechtensteinisches Urkundenbuch — digital, Teil II. Staatsarchiv GR Chur, A IILA 1/Nr. 161. 
42
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.