und naebel zuo ross und fuoss ingenomen und überfallen, dem von Brandyss überant- 
wortt, '*? 
Bereits vier Tage danach eroberten jedoch die Bündner und Eidgenossen, unter der Leitung 
von Heinrich Wolleb, Maienfeld und den St. Luzisteig-Pass zurück. Die Landsknechte des 
Schwábischen Bundes wurden zurückgetrieben oder verhaftet, so auch Ludwig von Bran- 
dis, der jedoch kurze Zeit spáter wieder frei gelassen wurde, da er Bürger von Bern und 
somit eigentlich ein Eidgenosse war. Der wohlhabende Maienfelder, Wolf Ort, der Ludwig 
von Brandis und seinen Leuten das Stadttor zu Maienfeld geóffnet hat, wurde als Verräter 
zum Tode verurteilt. So berichtet ein Luzerner Hauptmann in einem Brief vom 21. Februar 
1499: ,, Desglich so ist Meyenfeld widerumb erobert, ob fünfthalbhundert lantzknecht ge- 
fangen, die in unsere Land zerteilt sind, Wolff Ort als ein verreter der letzi enthouptet. So 
ist [...]desglich her Ludwig von Brandis gefangen. '^ 
Im Gegensatz dazu schrieb Placid Bütler in seiner Erzáhlung über ,Die Freiherren von 
Brandis“ von 1911, dass Ludwig noch genug Zeit hatte, um vor den heranrückenden Trup- 
pen zu fliehen: „Als Ludwig von Brandis vom Schloss zu Maienfeld aus den über Malans 
heranziehenden Heerhaufen bemerkte, liess er die Kostbarkeiten und Kleider auf Wagen 
laden und entkam mit der Gemahlin seines Bruders, und mit den Führern der Königlichen 
knapp über die Luziensteig. '?! 
Im Burgenspiel berichtet der Burgvogt diesen Vorfall seiner Frau. ,, Dieser Ludwig von 
Brandis — er ist mein Freund und ein guter Mann, aber ein schlechter Kriegsmann. Es fehlt 
ihm zum Soldaten Vieles und zum Feldherrn — alles! Mit stürmender Hand hat er die Steig 
genommen — eine brave Tat. Und dann verscherzt er diesen Erfolg so kopflos und leichtfer- 
tig. 92 
Die Truppen des Schwäbischen Bundes wurden von den Eidgenossen bis nach Triesen zu- 
rückgedrängt, wo es am 12. Februar zu einer ersten Schlacht kam. Ludwig, der sich wäh- 
rend der Schlacht verängstigt in sein Schloss verschanzt hat, wurde erneut festgenommen 
und sein Schloss in Brand gesteckt. So heisst es in der Schwabenkriegschronik des Kaspar 
Frey: ,, Diewyl luffen ettlich der Fidgnossen für das schloss, fordertent das uffzegaeben, dan 
  
*? Gutmann, 2010, Schwabenkriegschronik des Kaspar Frey, S. 809 
? Büchi, 1901, Aktenstück 95, S. 59 
?' Bütler, 1911, S. 165 
?' Minst, 1925, S. 36 
39
        

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