Der letzte Gutenberger und der Schwabenkrieg 
Der Schwabenkrieg aus der Sicht des Balzner Burgenspiels „Der letzte Gutenberger“ von 1925 
Johann Baptist Büchel beschrieb in seiner Narration von 1914 sogar, wie das Wappen der 
Herren von Gutenberg ausgesehen haben soll. Er sah nämlich in dem heute noch existie- 
renden württembergischen Adelsgeschlecht der Varnbüler, welche ihre Wurzeln im St. Gal- 
ler Rheintal haben, die Nachfahren einer Linie der Gutenberger, welche sich nach der Ver- 
schwörung gegen König Albrecht umbenannt haben sollen. Das Familienwappen der Varn- 
büler soll daher bereits von den Gutenbergern benutzt worden sein. Es zeigt zwei kreuzwei- 
se übereinanderliegende Streitkolben.”® Biichel belegte seine Theorie mit einem Wappen, 
das angeblich iiber dem Eingang zum Rittersaal im Schloss Weinstein, dem Stammsitz der 
Varnbüler, im st.gallischen Marbach zu sehen sei. Dieses zeige die beiden Varnbüler Streit- 
kolben und in der Umrandung die Inschrift , GUTENBERG*. 
Leider konnte ich dieses besagte Wappen bei einem Besuch im Schloss Weinstein nicht 
ausfindig machen. Über dem Eingang zum Rittersaal befindet sich nur weisser Verputz. 
Der Burgherr, Herr Peter Häni, erklärte mir, dass bei der kürzlich stattgefundenen Renova- 
tion der Verputz im ganzen Schloss von der Denkmalpflege des Kantons St. Gallen unter- 
sucht und grôsstenteils entfernt wurde, wobei jedoch kein derartiges Wappen zum Vor- 
schein gekommen sei. Hat Büchel also dieses Wappen erfunden oder wurde es bei einer 
früheren Renovation so gründlich entfernt, dass es heute nicht mehr nachgewiesen werden 
kann? 
Ob wahr oder nicht — Egon Rheinberger sorgte dafür, dass Büchels Wappentheorie im Zei- 
chen der Burgenromantik künstlerisch verewigt wurde. So sicht man auf der Burg Guten- 
berg in allen möglichen Winkeln das Varnbüler bzw. Gutenberger Wappen dargestellt. 
  
Abb. 27 und 28: Das angebliche Wappen der Herren von Gutenberg. Fresken auf der Burg Gutenberg 
  
76 Vgl. Büchel, 1914, S. 24 
34
        

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