Mögliche Antworten auf die gestellten Fragen zur Absicht des Autors (Arbeitsblatt 6) 
  
Warum hat der Autor einzelne Figuren erfunden? 
Wirnt: Er verkörpert die Hauptrolle und verleiht dem Stück die nötige Romantik und Tragik. Als Minnesänger bringt er auch viel Poesie ins Spiel hinein und trägt dem 
Umstand Rechnung, dass mit Heinrich von Frauenberg einmal ein bekannter Minnesänger auf der Burg Gutenberg gewohnt hat. Wirnt verknüpft zudem die Legende von 
Ulrich von Gutenberg als Beteiligter am Mord von König Albrecht mit dem Stück. 
  
Roswitha und Praxedis: Ohne die beiden Frauen, wäre das Stück sehr männerlastig geworden. Mit ihnen wird das Stück zu einer doppelten Liebesgeschichte, einer 
tragischen und einer glücklichen. Roswithas Zerrissenheit in ihrer Liebe zu Wirnt und zu Hans verleiht dem Stück eine gewisse Tiefe. 
Thüring: In jedem Stück braucht es einen Bösewicht. Als Betrüger und Verräter bringt er die nótige Spannung ins Spiel. Thüring verknüpft ausserdem die Schweizerloch- 
Legende mit dem Stück. 
  
Warum hat er einzelne Handlungen erfunden? 
Alle erfundenen Handlungen tragen dazu bei Spannung, Romantik und Tragik in das Stück zu bringen. 
  
Warum benutzte der Autor einige Legenden (Darstellungen), welche nicht belegt werden kónnen? 
Die bei der Rekonstruktion verwendeten Darstellungen von Kaiser, Büchel oder Bütler stammen alle aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert, also aus der Zeit des 
Historismus. Damals wurden schóne Geschichtserzáhlungen geschrieben, die nicht mit Quellen belegt werden mussten. Auch Karl Josef Minst war noch geprágt vom 
Historismus und hat die Legenden bestimmt nicht hinterfragt oder versucht Belege dafür zu finden. Als Autor war das auch nicht seine Aufgabe. Es ging ihm sicher nicht 
darum, möglichst nahe an die tatsáchliche Vergangenheit zu kommen, sondern darum, ein spannendes und unterhaltsames Stück zu inszenieren. 
  
Warum spielt die Figur des letzten Gutenbergers eine so zentrale Rolle? 
Er verkórpert die gesamte Geschichte der Burg. So steht er durch seine Abstammung für die sagenumwobenen Herren von Gutenberg, durch seine Berufung für den 
bekannten Minnesànger, Heinrich von Frauenberg, durch seine Rettung der Burg vor den Eidgenossen für den Schwabenkrieg und durch seine Prophezeiung für den 
Wiederaufbau der Burg durch Egon Rheinberger. 
So verleiht die von Karl Josef Minst erschaffene Figur des letzten Gutenbergers der Burg Gutenberg ein menschliches Gesicht und beseelt ihre neu errichteten Mauern. 
  
  
Warum endet das Burgenspiel mit dem Heldentod Wirnts und mit dessen Prophezeiung? 
Vermutlich waren nicht alle Balznerinnen und Balzner glücklich darüber, dass ein Vaduzer ihre Burgruine gekauft und daraus eine viel gróssere Burganlage gebaut hatte, die 
er als neuer Burgherr sogleich auch noch bewohnte. Mit dem Burgenspiel sollte die neue Burg wieder zu einem Balzner Wahrzeichen werden. Daher liess Minst praktisch alle 
Rollen im Stück von Balznerinnen und Balznern spielen. So konnten sie ihre eigene Dorfgeschichte, welche ja mit der Burg eng verknüpft war aufführen. Dies schuf eine 
starke Identifikation mit der Burg. Mit der Prophezeiung des letzten Gutenbergers wurde der Wiederaufbau der Burg gerechtfertigt und in die Geschichte der Burg 
eingebettet: ,Mag diese Burg auch in Flammen zusammenbrechen, mag der Zahn der Zeit sie zernagen, mógen ihre Mauern stürzen und sinken - sie wird sich wieder erheben, wie 
ein Phónix aus seiner eigenen Asche. Die Zeit wird kommen, da wiederum ihre Türme und Zinnen ins schóne grüne Rheintal hinabgrüssen und wiederum durch die Tore der 
gastlichen Burg frisches Leben wogt." 
  
  
  
  
 
        

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