5.7 MEILENSTEIN 7: DAS PROJEKT ,SPES I — NACHRUF AUF DIE SCHULREFORM? 
Mit der Teilnahme Liechtensteins an PISA (2003) wurde die grosse Streuung der Schüler- 
leistungen aufgedeckt, die keinen Halt vor den drei Schultypen, Oberschule, Realschule und 
Gymnasium mach(t)en. In zahlreichen Fáchern und Kompetenzbereichen wurden Überlap- 
pungen der Resultate festgestellt. (siehe Grafik, am Beispiel Mathematik). Dies verhielt sich 
auch mit PISA 2006 nicht anders. 
  
HL LX — Abbildung: 
Überlappungen der 
M=615 
40 Schülerleistungen 
30 Mess Mese zwischen den 
| Schularten in Liech- 
ur | - LA tenstein im Fach 
^ e, Mathematik (aus: 
3496 65% 
101 I PISA 2003 — Synthe- 
sebericht für das 
250 300 350 400 450 500 550 600 650 700 750 soo Fürstentum Liechten- 
Leistung in Mathematik stein)!9 
Derlei Fakten heizten die Diskussion um Sinnhaftigkeit und Gerechtigkeit der selektiven 
Dreigliedrigkeit der Sekundarstufe 1 erneut an. 
,GPES l" stand für ,Schul- und Profilentwicklung auf der Sekundarstufe 1" und kann als Art 
Vollendung der mit dem Bildungsbericht von Leonhard Vogt (1970) eingeleiteten Schulre- 
formentwicklung bezeichnet werden. Das Projekt startete formell bereits 2005 mit einem Re- 
gierungsbeschluss, der dem Projekt auch seinen Namen gab'*^ ; es sah den Ersatz der se- 
lektiven Dreigliedrigkeit durch ein gemeinsames — binnendifferenzierendes — Modell der Se- 
kundarstufe 1 vor's®. Fir die Primarschule stand der jahrelang mit dem gesetzlichen Über- 
trittsverfahren'?9 (Einstufung und Zuteilung in einen der drei Schultypen) bestehende Selekti- 
onsdruck vor einer Lósung, für die Oberschule das informelle Label ,Getthoschule“.'# (On- 
lineverzeichnis 57) 
  
153 Zitiert und abgebildet im Bericht und Antrag der Regierung an den Landtag zur Abänderung des 
Schulgesetzes 2008 (Onlineverzeichnis 42) 
154 RA 2005/2764-4000: , Vorprojekt , Weichenstellung und Grundlagen zur Schul- und Profilentwick- 
lung auf der Sekundarstufe I (SPES lI)' * 
155 Siehe Onlineverzeichnis 42 (Entwurf der Schulgesetzrevision, 2009): In Artikel 40/3 war etwa vor- 
gesehen: , Spátestens ab der zweiten Schulstufe (der Sekundarschule) sind die Schüler zumindest 
in den Fächern Mathematik, Englisch und Französisch Grundklassen übergreifend in zwei oder 
drei Leistungsniveaus zu unterrichten." 
156 Verordnung über (...) den Übertritt auf der Sekundarstufe1,L GBI 2001/140 (Onlineverzeichnis 44) 
157 siehe Interpellationsbeantwortung d. Regierung zur Situation d. Oberschule (Onlineverzeichnis 57) 
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