getretenen Rahmenbedingungen für den Prozess zu wenig eingearbeitet, um die Identifizie- 
rung der (neuen) Lehrkräfte in den (neuen) Schulhäusern im selben Ausmass zu erreichen. 
Immerhin war aber die „Transformation“ (Fend) stark genug, um die Beurteilung der liechten- 
steinischen Primarschülerlnnen bis heute umfassend, individualisierend und differenzierend 
zu halten. SBSE verdient es daher, als Meilenstein der Schulentwicklung betrachtet zu wer- 
den — auch wenn bei der Schülerbeurteilung auf der Sekundarstufe nach wie vor summative 
Leistungsmessungsverfahren den Unterrichtsalltag dominieren und — nicht ganz neutral be- 
merkt — die Hàufung von Standardprüfungen begünstigen. 
5.5 MEILENSTEIN 5: PROJEKT ,NEUER LEHRPLAN" — UNTERRICHTSENTWICKLUNG 
Waren Lehrinhalte früher Teil des Schulgesetzes, so ist heute der Lehrplan in seinen Grund- 
zügen in einer Verordnung verankert'?^ und steht Lehrerinnen und Lehrern bis dato entweder 
als umfangreiche Ringmappe oder elektronisch zur Unterrichtsplanung zur Verfügung.'** 
Der Lehrplan wurde 1999 erlassen.'?9 Er gilt für alle drei Schultypen der Sekundarschule — 
ausgenommen für die 8.und 9.Stufe des Gymnasiums und sollte damit den Weg in Richtung 
einer gemeinsamen binnendifferenzierenden Sekundarstufe 1’° weiter ebnen. 
Beinahe zeitgleich mit der endgültigen Implementierung von SBSE wurde die Arbeit am neu- 
en Lehrplan (Schulamt 1999) abgeschlossen. Es handelte sich ebenfalls um ein sehr partizi- 
patives Projekt, an dem über 50 Personen, — darunter Lehrerinnen und Lehrer aus allen Stu- 
fen — über mehrere Monate hinweg beteiligt waren'??. Zur Prásentation des per 23. März 
1999 gesetzlich verordneten Lehrplans wurden — nach der Erinnerung des Autors — zum 
bislang letzten Mal sámtliche Lehrerinnen und Lehrer Liechtensteins (verpflichtend) geladen. 
Damit endete gewissermassen die seit dem 19. Jahrhundert traditionelle Institution der Ge- 
samtlehrerkonferenz (vergleiche Schulgesetz von 1859, 8 49)! wie sie im vorangehenden 
historischen Diskussionsteil dieser Arbeit beschrieben ist (siehe Kapitel 4.3.6.). 
Der heutige Lehrplan für den Pflichtschulbereich wird denn auch im Vorwort des damaligen 
Bildungsministers, Dr. Norbert Marxer, als ,Gemeinschaftswerk, an dem Lehrpersonen aller 
Stufen, Inspektorinnen und Inspektoren, Elternvertreter ...(u.a.)... mitgearbeitet haben" be- 
zeichnet.'^ |m Vergleich zu vorhergehenden Lehrplànen ist er an Kindergarten, Primarschu- 
  
134 Verordnung vom 23. Márz 1999 über den Lehrplan für den Kindergarten, die Primar- und Sekun- 
darschulen, LGBI 1999/ 82 (Onlineverzeichnis 37) 
135 Onlineverzeichnis 36. 
136 2005 wurde eine geringfügige Überarbeitung vorgenommen. 
137 siehe Meilenstein 7: Das Projekt ,SPES I", Kapitel 5.7 
138 siehe internes Planungspapier der Projektleitung, Pád. Arbeitsstelle, Schulamt, vom 24.1.1997 
13? siehe Onlineverzeichnis12 
149 siehe Onlineverzeichnis36 
64
        

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