Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
57
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000380404/294/
Mitgliedschaft und Organe 
Problematisch erweist sich aus verfassungsrechtlicher Sicht die Wieder- 
einsetzung in die liechtensteinische Staatsbürgerschaft durch den Fürs- 
ten. Auch die Wiedereinsetzung nach erfolgtem Verzicht ist eine Frage, 
die der Gesetzgeber zu regeln hat.” Der Fürst und der nächsterbfolge- 
berechtigte Agnat dürfen keine fremde Staatsbürgerschaft annehmen 
(Art. 3 Abs. 2 HG). 
3. Volljährigkeit 
Die Volljährigkeit bestimmt sich nach staatlichem Recht.® Für Angele- 
genheiten des Hauses sind die männlichen Mitglieder von der Vollen- 
dung des achtzehnten Lebensjahres an volljährig (Art. 6 Abs. 1 HG). 
Der Fürst kann aus wichtigen Gründen, insbesondere im Fall einer 
Thronfolge, Regentschaft oder Stellvertretung einzelne Mitglieder des 
Fürstlichen Hauses schon vor dem Eintritt der gesetzlichen Volljährig- 
keit als volljährig erklären (Art. 6 Abs. 2 HG). 
II. Stellung im staatlichen Recht 
Die liechtensteinische Rechtsordnung räumt den Mitgliedern des Fürst- 
lichen Hauses keine besondere Stellung ein. Eine Ausnahme bildet der 
Fürst als Staatsoberhaupt, dem ein besonderer strafrechtlicher Schutz 
  
5. Oktober 1921 (LtProt. 2000 Bd. III), wonach in einem Abs. 4 «sämtliche von Fürst 
Johann I. von Liechtenstein (1760 bis 1836) abstammenden Mitglieder des Fürsten- 
hauses liechtensteinische Staatsbürger (sind). Die jeweilige Fürstin und Erbprinzes- 
sin erwerben mit der Eheschliessung die liechtensteinische Staatsangehörigkeit.» Im 
Kommentar der Verfassungskommission heisst es, dass «die bisher formalrechtlich 
etwas unorthodox im Landesgesetzblatt 1919 Nr. 10 geregelte Vorschrift betreffend 
die liechtensteinische Staatsbürgerschaft der Mitglieder des Fürstenhauses in un- 
zweideutiger Art in der Verfassung selbst niedergelegt werden» soll. 
7 Eine entsprechende Grundlage im Gesetz fehlt, das allerdings noch auf die Konsti- 
tutionelle Verfassung von 1862 zurückgeht. 
8 Vgl. Art. 12 PGR. 
293
        

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