Ernährung (OLMA)“ in St. Gallen, sind bisher gar vier offizielle Teilnahmen als Ehrengast 
zu verzeichnen (1952, 1964, 1979 und 1993). 
Jeder dieser Gastlandauftritte kann dabei als beispielhafte Selbstdarstellung Liechtensteins 
im Ausland aufgefasst werden, mit welchen jeweils bestimmte Ziele — darunter auch aussen- 
politische — verbunden waren. 
Von ganz besonderer Bedeutung sind dabei die Ausstellungs- und Messeteilnahmen in der 
Nachkriegszeit bzw. bis Mitte der 1960er Jahre: In dieser Zeit sind in Liechtenstein nicht nur 
grosse wirtschaftliche Veránderungen zu verzeichnen, sondern auch eine zunehmend selbst- 
stindigere Aussenpolitik zu beobachten — auch wenn sich nach gángiger Meinung die liech- 
tensteinische Aussenpolitik dieser Zeit erst in einer ,, Aktivierungsphase" befunden hatte. 
In der vorliegenden Masterarbeit soll aus diesem Grund die Selbstdarstellung Liechtensteins 
an Weltausstellung, Schweizerischen Landesausstellung und OLMA in der Zeit von 1945 
bis 1964 vertieft untersucht werden — und zwar insbesondere im Hinblick auf die Veran- 
staltungsteilnahmen als Mittel der liechtensteinischen Aussenpolitik. 
1.1. Untersuchungsgegenstand: 
Die liechtensteinische Aussenpolitik sowie ihre Ziele und Mittel 
  
Die Aussenpolitik des Fürstentums Liechtenstein war seit dem 18. Jahrhundert durch Phasen 
unterschiedlicher bilateralen und multilateralen Beziehungen geprágt: Nach der Erreichung 
der Reichsunmittelbarkeit im Jahr 1719 und während der Mitgliedschaft im Heiligen 
Römischen Reich Deutscher Nation beschränkten sich die aussenpolitischen Aktivitäten 
weitgehend auf Kontakte mit dem Hof in Wien. 
Mit der Aufnahme in den Rheinbund im Jahr 1806 erlangte Liechtenstein nicht nur die 
Souveránitát, sondern es erwuchsen durch eine Reihe von Vertrágen neue (aussenpolitische) 
Verpflichtungen, sodass Liechtenstein nach der Bestätigung der Unabhängigkeit beim 
Wiener Kongress 1814/1815 und nach der Aufnahme in den Deutschen Bund eine 
  
° Zum Namen ,OLMA“: bis 1945 hiess die Messe offiziell ,Ostschweizerische Land- und 
Milchwirtschaftliche Ausstellung“, von 1946 bis 2003 ,OLMA, Schweizer Messe für Land- und 
Milchwirtschaft“ und seit 2004 „OLMA, Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung“; vgl. hierzu z.B. 
Meyerhans, OLMA, S. 71f. In der vorliegenden Arbeit wird einfachheitshalber in der Regel die Abkürzung 
,OLMA-* verwendet, oder aber die für den Untersuchungszeitraum gültige Bezeichnung „Schweizer Messe für 
Land- und Milchwirtschaft". 
7 Für Übersicht der Ehrengáste an der OLMA vgl. z.B. Meyerhans, OLMA, S. 102; im Jahr 2016 wird 
Liechtenstein erneut als offizieller Ehrengast an der OLMA teilnehmen. 
* Vgl. insbesondere Gstóhl, Aussenpolitik, S. 17; Geiger, Grundzüge Aussenbeziehungen, S. 324f. 
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