jedoch zugleich der Meinung, dass man dies „auch noch in bescheidenerem Rahmen“ tun 
könnte und es zudem „noch viel näher als in Brüssel bessere Gelegenheiten, um unsere 
Unabhängigkeit und Freiheit auf verschiedenen Gebieten zu wahren“ gegeben hätte.“ 
Ein Bauer wiederum verband die Missbilligung der Gewährung des Kredites mit direkter 
Kritik an einem Landtagsabgeordneten, und so zeigte sich dieser Bauer verärgert, dass der 
Abgeordnete „ohne Murren“ dem Weltausstellungs-Kredit zugestimmt habe und auch noch 
die Subventionen der Landwirtschaft als Vergleich anführte.“!° 
Insgesamt betrachtet kann wohl betont werden, dass die Meinungen der Bevölkerung zur 
Beteiligung an der Weltausstellung von einer gänzlichen Ablehnung bis zu einer Zu- 
stimmung reichte. 
Für den oben erwähnten Journalisten des ,, Volksblattes“ war die mangelnde Informierung 
der Bevölkerung jedoch Hauptgrund für das weit verbreitete Unverständnis — und so betonte 
er gar: „Jeder vernünftige Liechtensteiner wird es [...] begrüßen und gutheißen, wenn sich 
unser Land an einer Weltausstellung sichtbar vertreten 1äßt.“*'” 
Wenn jedoch der Bürger 
nicht ,,über die Aufwendungen [...] ins Bild gesetzt" werde, müsse man sich nicht wundern, 
wenn im Volk Kritik laut werde: ,,Die Oeffentlichkeit hat auch Anspruch darauf, zu wissen, 
wie die Teilnahme unseres Landes gedacht ist und in welcher Form dies geschehen wird.^ ^ 
Dass jedoch nicht nur eine Beteiligung, sondern auch eine Nicht-Beteiligung auf Kritik 
stossen kann, beweist die Schweizerische Landesausstellung 1964 in Lausanne: So verwies 
wiederum ein Journalist des Liechtensteiner Volksblattes in einem Kommentar auf das für 
viele Liechtensteiner „unvergessliche Erlebnis" des Liechtensteiner-Tages an der , Landi 
1939*?? Und so überrasche es, dass sich Liechtenstein an der Schweizerischen Landes- 
ausstellung 1964 nicht beteilige.^^? Der Journalist betonte zwar weiter, dass Zürich gewiss 
näher lag wie Lausanne und dass es vielleicht auch „falsch verstanden worden wäre“, wenn 
221 
ein Liechtensteiner-Tag durchgeführt würde." Im Hinblick auf die enge Verbundenheit mit 
der Schweiz erachtete er es aber als angebracht, dass „das offizielle Liechtenstein, der Expo 
. . o . . . 4e 222 
in Lausanne, diesem schweizerischen Gemeinschaftswerk, seine Reverenz erweist". 
  
215 O.V., Zur Weltausstellung (Einges.), in: LVa, 25.04.1956, S. 1. 
216 O.V., Die Meinung eines Bauern (Einges.), in: LVbl, 26.04.1958, S. 2. 
77 En., Das Volk kritisiert, in: LVbl, 21.04.1956, S. 1. 
218 
Ebd. 
219 R.g.a., Kommentar: Meinen Sie nicht auch?, in: LVbl, 26.09.1964, S. 1. 
220 
Ebd. 
2 Ebd. 
2 Ebd. 
-39-
        

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