tig besteht aber auch keine Notwendigkeit, die Staatseinnahmen und damit auch die Staatsquote 
weiter zu erhöhen. Durch die vorliegende Steuerreformkonzeption kommt es nach den auf einer 
detaillierten Mikrosimulation basierenden Berechnungen sowie den im Rahmen eines backtesting 
Verfahrens erfolgten Analysen kurzfristig zu bestimmten Steuerausfällen. Diese können aber als 
Investition in die Zukunft des Wirtschaftsstandortes und Finanzplatzes Liechtenstein und seiner 
Bürger betrachtet werden. Mittel- und langfristig ist dagegen nicht mit erheblichen Aufkommens- 
unterschieden zu rechnen. 
Entscheidungsneutralität 
In einer Marktwirtschaft muss das Steuerrecht dem Kriterium der Entscheidungsneutralität genü- 
gen, um zu garantieren, dass die Allokationsfunktion des Marktes möglichst wenig beeinträchtigt 
wird. Das zukünftige liechtensteinische Steuersystem soll dementsprechend die Entscheidungen 
über verschiedene Handlungsalternativen von privat oder unternehmerisch agierenden Wirtschafts- 
subjekten möglichst nicht beeinflussen. Es soll grundsätzlich keinen Einfluss auf die Entscheidung 
zwischen Konsum und Sparen (intertemporale Neutralität), zwischen verschiedenen Rechts- und 
Organisationsformalternativen, Investitions- und Finanzierungsalternativen sowie auf die Entschei- 
dung zwischen Gewinnausschüttung und -einbehaltung haben. Ein entscheidungsneutrales Steuer- 
system erfordert zudem keine ständigen Anpassungen und gewährleistet demzufolge eine umfas- 
sende Rechts- und Planungssicherheit entsprechend der liechtensteinischen Steuertradition. 
Auf Ebene natürlicher Personen verringert die vorliegende Steuerreformkonzeption den Einfluss 
der Besteuerung auf Konsum- und Sparentscheidungen in erheblichem Umfang. Im Bereich juris- 
tischer Personen setzt die vorliegende Steuerreformkonzeption das Kriterium der Entscheidungs- 
neutralitat der Besteuerung in Bezug auf Investitions-, Finanzierungs-, Rechts- und Organisations- 
form- sowie auch Gewinnverwendungsentscheidungen weitgehend um. 
Einfachheit und Transparenz 
Das zukünftige liechtensteinische Steuersystem soll die Anzahl unterschiedlicher Steuerarten re- 
duzieren und ihre Ausgestaltung vereinfachen. Dadurch sollen die Komplexitat reduziert sowie die 
Einfachheit und Transparenz, aber auch die internationale Wettbewerbs- und Leistungsfahigkeit 
sowie die Attraktivitat des liechtensteinischen Steuersystems, auch im Vergleich zu anderen na- 
tionalen Steuersystemen, erhóht werden. Ferner kónnen dadurch die Kosten der Steuererhebung 
(Deklarations- und Vollzugskosten) móglichst gering gehalten werden, um administrative Effizienz 
zu erreichen. 
Unter Berücksichtigung der weiteren Rahmenbedingungen kann durch die vorliegende Steuerre- 
formkonzeption die konkrete steuerliche Belastung natürlicher und juristischer Personen einfacher 
ermittelt und die steuerliche Behandlung verschiedener Sachverhalte leichter nachvollzogen wer- 
den. Dadurch wird gewährleistet, dass die Bürgerinnen und Bürger die ihnen aufgebürdeten Lasten 
einfacher erkennen und mit den erbrachten Leistungen der Gemeinde und des Landes in Zusam- 
menhang bringen kónnen. Dadurch stellen sich die Steuern dem demokratischen Abstimmungs- 
prozess. 
Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit sowie Attraktivität 
Das zukünftige liechtensteinische Steuersystem soll die Wettbewerbsfahigkeit von national und in- 
ternational tätigen Wirtschaftssubjekten möglichst wenig einschränken und zu keinen Zusatzbe- 
lastungen im grenzüberschreitenden Verhältnis führen. Es soll daher national wie international so 
attraktiv und leistungsfähig sein, dass es den Staat und die Gemeinden in ausreichendem Umfang 
mit finanziellen Mitteln ausstatten und die Position Liechtensteins im internationalen Steuerwett- 
bewerb stärken kann. 
Die vorliegende Steuerreformkonzeption stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von national und interna- 
tional tätigen Wirtschaftssubjekten und führt nicht zu Zusatzbelastungen im grenzüberschreiten- 
Investition in den Standort 
Liechtenstein 
Investitions-, Finanzierungs-, 
Rechts- und Organisations- 
formneutralität 
Intertemporale Neutralität 
Lasttransparenz und 
Aquivalenz
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.