Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/79/
ten einbeziehen. Es bedurfte aber einiges Geschick, um sich in der rich- tigen Form und zu akzeptablen Bedingungen einzubringen. Für unser Land wurde es ein wichtiges Forum zu einer erhöhten aussenpolitischen Visibilität, zu politischen Kontakten und in beschränkter Weise zur Beeinflussung internationaler Politik. Trotz ihrer vor allem in der Anfangsphase bedeutenden politischen Ausstrahlung hatte die KSZE und heutige Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nie ein integrationspolitisches Ziel, sondern einigte sich auf einige Regeln des friedlichen Zusammenle- bens und der Zusammenarbeit unter Achtung der gegenseitigen Souve- ränität. Demgegenüber hat die älteste bestehende politische Organisation Europas durchaus das Ziel, ihre Mitgliedstaaten stärker untereinander zu binden. So hat der Europarat strikte Aufnahmebedingungen und ein umfangreiches multinationales Vertragsnetz inklusive angeschlossener Organisationen sowie im Rahmen der Europäischen Menschenrechts- konvention auch supranationale Ansätze. Man kann die Mitgliedschaft im Europarat als qualifizierte Anerkennung europäischer Partner bezeichnen. Zumindest bis heute wird sie als Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) angesehen, auch wenn die Organisation in den letzten Jahren, unter anderem wegen einer nicht immer leicht nachvollziehbaren Rechtsprechung durch den Europäi- schen Gerichtshof für Menschenrechte, an Gewicht verloren hat. Die Aufnahme Liechtensteins in den Europarat bedurfte umfang- reicher Vorbereitung über mehrere Jahre und einiger Überzeugungsar- beit, insbesondere bei den grösseren Mitgliedstaaten. Die Mitgliedschaft eines so kleinen Staates war ein Novum, was unter anderem Bedenken betreffend die Mitarbeitsfähigkeit sowie des bedeutenden Stimmge- wichts, vor allem bei Finanzentscheiden weckte. Bereits wenige Zeit nach der Aufnahme konnten diese Ängste zerstreut werden. Insbeson- dere der Beweis der konstruktiven Mitarbeit erleichterte dann den Ein- stieg in weitere integrationspolitische Schritte.79 
Liechtensteins integrationspolitischer Weg in den EWR
        

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