Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/60/
viele Fragen beantwortete er gleich selbst. Es mag sein dass man in der Rückschau die Dinge glorreicher sieht als sie waren, aber in meiner Er- innerung haben wir ein formidables Doppel 
abgegeben. Berater der Fürstlichen Regierung In der Folge berief mich die Fürstliche Regierung zu ihrem Experten in Sachen EWR-Recht. In meinem Institut an der HSG verfasste ich mit einem Team von fünf Spezialistinnen und Spezialisten Rechtsgutachten zu Fragen der Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit von Medizi- nern und Anwälten, zum Gewerberecht, Grundverkehrsrecht, Gesell- schaftsrecht, Steuerrecht, um nur einige Beispiele zu nennen. Wir arbei- teten unter Hochdruck – gewissermassen im Back Office –, während der Chefunterhändler S. D. Prinz Nikolaus an der Brüsseler Front operierte. Er wurde von einem Team unterstützt, das der Leiter des Amtes für Volkswirtschaft, Dr. Benno Beck, koordinierte. Dem Team gehörten u.a. der spätere Regierungschef Markus Büchel, die spätere Aussenministe- rin Dr. Andrea Willi, der spätere Regierungschef-Stellvertreter Dr. Mi - chael Ritter, der spätere Botschafter in der Schweiz Dr. Hubert Büchel, Günther Matt und Tony Jäger an. Zwei Dinge sind mir neben der juristischen Arbeit in besonderer Erinnerung geblieben. Zum einen habe ich beobachtet, wie geschickt Regierungschef Brunhart seine Stellung nutzte, wenn er mit Staats- und Ministerpräsidenten anderer, viel grösserer Staaten zusammentraf. Er hatte begriffen, dass ihm das Protokoll, das nicht zwischen grossen und kleinen Ländern unterscheidet, unschätzbare Möglichkeiten bot, wenn man entsprechende Statur besass. Als ich im Jahr 2003 zum Präsidenten des EFTA-Gerichtshofs gewählt wurde, habe ich mir beim Umgang mit den Präsidenten anderer, viel grösserer Höchstgerichte in Europa, den USA, Russland und Japan ein Beispiel am Jubilar genommen. Zum an- deren, und das war vielleicht ein Vorteil gegenüber anderen Experten, wurde ich auch im Ländle eingesetzt. Mir fiel die Aufgabe zu, EWR-kri- tische Verbände von den Vorzügen des Abkommens zu überzeugen. Da, wie mein Vater immer sagte, an mir ein Politiker verloren gegangen ist, nahm ich diese Aufgabe mit Freude wahr. 60Carl Baudenbacher
        

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