Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/332/
Trends hinterher, sie stehen vielmehr in der Tradition ihrer Geschichte. Das heisst nicht, dass sie sich nicht verändern, aber sie tun dies mit Augenmass. Beständigkeit und Langlebigkeit zeichnet die Finanzinsti- tute in Liechtenstein aus. Meines Erachtens sind das keine schlechten Eigenschaften. Denn diese Art von Anlageverwaltung hat immer Zukunft, gerade auch in langanhaltenden Phasen niedriger Zinsen. An der von Liechtenstein praktizierten Weissgeldstrategie führt kein Weg vorbei. Sie ist ohne jede Frage richtig und ist gerade noch rechtzeitig gekommen, obwohl ein früheres Einlenken sicherlich ander- weitig Chancen eröffnet hätte. Liechtenstein in seiner Gesamtheit muss die Weissgeldstrategie nicht fürchten. Vielmehr kann die Finanzbranche Liechtensteins nun offen und offensiv mit ihren Qualitäten und Stärken werben. Dass Liechtenstein damit Erfolg haben wird, steht für mich aus- ser Frage. Mit Spannung beobachte ich auch die Schritte Liechtensteins zur Förderung junger und innovativer Unternehmer. Der bereits seit langem initiierte Studiengang «Entrepreneurship» war die Keimzelle für eine Vielzahl von Initiativen, die darauf ausgelegt sind, dass neue Ideen und Innovation auch morgen den Wohlstand im Land sichern sollen. Der Finanzsektor, die mittelständischen Unternehmen, die Jung- unternehmer – das alles eingebunden in den europäischen Binnenmarkt – sind die Zutaten dafür, dass das Land auch in Zukunft sein Wohl- standsniveau halten und ausbauen wird. Von den Unternehmen und Branchen möchte ich nun gerne den Blick stärker auf die gesamte Volkswirtschaft Liechtensteins lenken und konzentriere mich dabei auf die Ebene des staatlichen Handelns. Mit Interesse habe ich die Debatte über den Abbau des strukturellen Defizits in Liechtenstein verfolgt. Andere Länder ignorieren zuweilen die ersten Alarmsignale und handeln zu spät, nämlich erst dann, wenn die Pro- bleme Überhand genommen haben – sprich: wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Liechtenstein hat dagegen frühzeitig das Pro- blem des strukturellen Haushaltsdefizits erkannt. Mit einer bewun- dernswerten Klarheit wurde entschieden, dass Liechtenstein die ein- fachste und verheerendste Möglichkeit – die stetige und schleichende Zunahme der Neuverschuldung – kategorisch ablehnt. Das Problem kurzfristig mit neuen Schulden zu kaschieren, kam nicht in Frage. Statt- dessen ging es vielmehr darum, das Problem dauerhaft zu lösen. Die sinnvolle Beschreitung dieser Politik war und ist mit einer Vielzahl von 332Wolfgang Kubicki
        

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