Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/331/
Einem Teil dieses Wirtschaftsgeheimnisses bin ich durch die zahlreichen persönlichen Gespräche, die ich mit Unternehmern geführt habe, auf die Spur gekommen. Liechtensteins Unternehmer handeln eigenverant- wortlich, langfristig und nachhaltig. Sie denken vielmehr in Generatio- nen als in Quartalen. Liechtenstein ist niemals auf den angelsächsischen Trend aufgesprungen, das verarbeitende Gewerbe zu vernachlässigen und sich einzig auf den Finanzsektor zu konzentrieren. Liechtenstein hat sich niemals in Hinblick auf seine ökonomische Zukunft lediglich auf eine einzige Branche konzentriert. Vielmehr haben die Unternehmer erkannt, dass nicht nur im Anlagemanagement, sondern auch in der Volkswirtschaft eine breite Aufstellung, eine diversifizierte Wirtschaft, das beste Erfolgsrezept ist. Diese Entscheidung wurde belohnt. Liech- tensteins Geschäftsmodell steht auf einem stabilen Fundament. Das bedeutet zwar nicht, dass es immun ist gegen globale Risiken und Kon- junktureinbrüche. Es ist aber unabhängig von der Entwicklung einzel- ner Branchen. Liechtenstein hat anders als andere Länder die Chancen einer Öff- nung begriffen. Es war den Liechtensteinern bewusst, dass die Wirt- schaft nur in und mit der Welt wachsen und sich entwickeln kann. Der Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) war ein weitsichti- ger, rationaler und vernünftiger Schritt. Übrigens eine der grossen Leis- tungen von Hans Brunhart als Regierungschef. Der Zugang zu einem grossen Markt war der Schlüssel für wirt- schaftliches 
Wachstum. Liechtensteins Finanzsektor hat Zukunft Im Zuge der Finanzkrise hat der Finanzsektor ohne jede Frage eine Zäsur erlebt. Es hat sich eine Vielzahl von Geschäftsmodellen schlicht überlebt. Wurde vor der Finanzkrise die Komplexität von Anlagepro- dukten gerne mit einem besseren Rendite-Risiko-Verhältnis angeprie- sen, so wurde diese Behauptung mit der Finanzkrise in vielen, um nicht zu sagen: den meisten Fällen, widerlegt. «Boring is sexy» lautet eine der neuen Strategien. Ich stimme dem zu. Liechtensteins Banken waren im Vergleich zu vielen anderen Instituten in ihren Vorschlägen immer kon- servativer und zurückhaltender. Früher wurde ihnen das als Schwäche ausgelegt, heute ist es dagegen ein Signal von Stärke. Sie hecheln keinen 331 
Liechtenstein, von Deutschland aus gesehen
        

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