Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/30/
Dies ist ein persönliches politisches Kompliment an die Adresse von Hans Brunhart, das ihn sicher immer noch freut. Hans meinte wohl auch dieses Vertrauensverhältnis, als er in seiner Traueransprache beim Beerdigungs- gottesdienst für Dr. Walter Kieber am 26. Juni 2014 in der Pfarrkirche in Schaan im Rahmen seiner politischen Würdigung in Bezug auf dessen aussenpolitische Erfolge festhielt: «Es tut den Verdiensten der Vorgänger- regierungen und der Nachfolgeregierungen keinerlei Ab bruch, wenn ich im Gedenken an Walter Kieber feststelle, dass entscheidende Weichenstel- lungen durch ihn und seine Regierung vorgenommen wurden. Als Bei- spiel sei auch und bewusst der Beitritt zum Europarat genannt, wo ich kurz nach Übernahme des Amtes des Regierungschefs aufgrund langjäh- riger Vorarbeit ernten konnte, was andere vorbereitet hatten.»19 Unter der «Regierung Kieber» wurden in der Tat wichtige aussen- politische Zeichen gesetzt und Schritte vollzogen, die Hans Brunhart mit Überzeugung unterstützte. Am 1. August 1975 erfolgte im Rahmen eines Treffens der Staats- und Regierungschefs in Helsinki die Unterzeichnung der Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Gemäss Auslosung fiel Liechtenstein der Vorsitz der Tagung zu und Regierungschef Dr. Walter Kieber nahm diesen Vorsitz als Vertreter seines Landes mit einem gewissen Stolz und vor allem im Bewusstsein wahr, Liechtenstein mit diesem Anlass die Gelegenheit für ein besseres Bekanntwerden auf internationaler Ebene gegeben zu haben.20 Den politisch Verantwortlichen in Liechtenstein war bewusst, dass die Mitarbeit Liechtensteins in der KSZE, die auf Beamtenebene schon seit Beginn des KSZE-Prozesses anfangs der Siebzigerjahre begonnen hatte, eine wichtige Plattform für die Absicherung der Souveränität und damit auch die Grundlage für weitere aussenpolitische Schritte dar- stellte. So erhielt Liechtenstein 1975 den Beobachterstatus in der Parla- mentarischen Versammlung des Europarats, 1976 erfolgte der Beitritt zum Wiedereingliederungsfonds des Europarats, der heutigen Entwick- lungsbank des Europarats, und zu einer Reihe von Konventionen des Europarats. Ausserdem nahm Liechtenstein bereits an Fachministerkon- ferenzen des Europarats teil. Dies alles geschah in Vorbereitung auf einen allfälligen Beitritt zum Europarat selbst, den noch die «Regierung 30Roland 
Marxer 19Liechtensteiner Vaterland, 27. Juni 2014, S. 7. 20Siehe hierzu Politische Memoiren, S. 285–286.
        

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