Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/265/
nisse übertragen werden. Alle Nachwahlumfragen zeigen, dass ein ver- hältnismässig grosses Interesse an Politik vorhanden ist, dass die Demo- kratiezufriedenheit41im internationalen Vergleich hoch ist, ebenso die Wahlbeteiligung, die erst 2013 erstmals knapp unter 80 Prozent fiel. Auch das Vertrauen in die Politik und die politischen Gremien ist weit- gehend intakt, wenn man dies mit anderen Staaten 
vergleicht. Pluralisierung und Polarisierung? Es ist bemerkenswert, dass sich in Liechtenstein im Unterschied zu vie- len europäischen Staaten, auch den unmittelbaren Nachbarstaaten, noch keine rechtspopulistischen Parteien herausgebildet haben. Liechtenstein ist also in dieser Hinsicht ein Sonderfall. Mit dem Einzug der DU in den Landtag im Jahr 2013, deren ideologisches Profil derzeit noch keine kla- ren Konturen aufweist, hat der politische Wettbewerb zwischen den Parteien zugenommen. Es ist davon auszugehen, dass kleinere Parteien auch in Zukunft eine Rolle spielen werden. Dies dürfte zu einer stärke- ren ideologischen Ausfächerung führen, allenfalls auch zum Entstehen von Ein-Themen-Parteien, da nicht alle Parteien im politischen Zentrum agieren können, zumal dies bereits von den beiden grossen Parteien FBP und VU stark besetzt ist. Ein solcher Prozess eröffnet mittelfristig den beiden grossen Par- teien auch neue Koalitionsmöglichkeiten. Das Modell der grossen Koali- tion hat sich seit 1938 fast ausnahmslos durchgesetzt. Beide Parteien, FBP wie VU, sahen es als Vorteil an, sich gemeinsam an der Regierung zu beteiligen. Eine stärkere Ausdifferenzierung und die Notwendigkeit aller Parteien, sich ein bestimmtes Profil zu erarbeiten, könnten auch die beiden grossen Mitteparteien moderat auseinanderdriften lassen. Aus der Parteiengeschichte und den Haltungen in der jüngeren Vergangen- heit wäre am ehesten zu erwarten, dass die FBP stärker ihr konservati- ves Profil, die VU stärker ihr sozial-liberales Profil pflegt. Je nach Par- teienkonstellation wären in diesem Falle auch beispielsweise eine Koali- tion der VU mit einer moderaten Linkspartei, der FBP mit einer moderaten Rechtspartei möglich. Dies sind zum heutigen Zeitpunkt 265 
Parteien im Wandel 41Marxer, Wahlverhalten und Wahlforschung, S. 285–287.
        

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