Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/244/
tensteiner Volksblatt die Position der FBP vertrat. An diesem System hat sich bis in die Gegenwart grundsätzlich wenig geändert, selbst wenn die Trägerschaften nicht mehr so eindeutig auf die Parteien zugeschnitten sind. Während Parteizeitungen international im Verlaufe des 20. Jahr- hunderts an Bedeutung verloren haben und in den meisten Fällen über- haupt von der Bildfläche verschwunden sind, haben sie sich in Liechten- stein bis in die Gegenwart behauptet.7 Es ist bezeichnend, dass dies nicht nur für die beiden ersten Par- teien gilt. Auch später gegründete Parteien versuchten in der Regel, mit einer eigenen Zeitung politisches Marketing zu betreiben. Selten sind in Liechtenstein Versuche unternommen worden, aus rein publizistischen Gründen ein neues Medium zu lancieren. Wenn nicht Parteien als Initi- anten im Hintergrund standen, dann waren es andere Spezialinteressen oder kommerzielle Werbeüberlegungen, die den Ausschlag gaben. Dies hängt wesentlich mit dem kleinen liechtensteinischen Medienmarkt zusammen, was rein publizistisch motivierte Produkte vor allzu grosse Herausforderungen 
stellt. Wahlrecht und Parteiensystem Mit den ersten Parteigründungen im Jahr 1918 wurde ein Zweiparteien- system geschaffen, welches mit Modifikationen bis in die jüngste Gegen- wart überlebt hat. Erst in den 1930er-Jahren wurden weitere Parteien gegründet, welche ständestaatlich-autoritär (Liechtensteinischer Hei- matdienst81933 bis 1936) oder nationalsozialistisch (Volksdeutsche Bewegung in Liechtenstein 1938 bis 1945) orientiert waren.9Beide Par- teien nahmen allerdings nie an Landtagswahlen teil. Der Heimatdienst fusionierte mit der VP noch vor den Wahlen von 1936 zur Vaterländi- schen Union (VU), während die Volksdeutsche Bewegung nie zu Land- tagswahlen antreten konnte. 1939 wurden nämlich «stille Wahlen» durchgeführt, d. h. dass der Landtag ohne Urnengang bestellt wurde, 244Wilfried 
Marxer 7Eisenegger und Gisle, Die Parteipresse. 8Geiger, Volkspartei und Heimatdienst; Biedermann, Heimatdienst. 9Zu den 1930er-Jahren siehe Geiger, Krisenzeit. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs siehe Geiger, Kriegszeit. Ferner Korfmacher, Der Landtag; Wille, Landtag und Wahlrecht.
        

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