Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/243/
war. Die wirtschaftliche Erschütterung Österreichs mit dem Niedergang der Kronenwährung sowie die politische Neuerung mit der Abschaffung der Monarchie zeigten auch in Liechtenstein ihre Wirkung.5Die VP strebte eine neue aussen- und wirtschaftspolitische Orientierung Rich- tung Schweiz sowie eine modernen Grundsätzen genügende Verfassung mit einer deutlichen Stärkung der Volksrechte und einer Demokratisie- rung von Landtag und Regierung an. Eckpunkte waren hierbei die Kon- stitution des Landtags aus ausschliesslich vom Volk gewählten Abgeord- neten, eine Kompetenzausweitung des Landtags, insbesondere aber auch die Zusammensetzung der Regierung aus gebürtigen Liechtensteinern, da bis dahin die Regierung vom Fürsten eingesetzt wurde und der Lan- desverweser ein ausländischer Beamter war. Während die VP in den Oberländer Gemeinden, insbesondere in Triesen, Triesenberg und Balzers, und in der Arbeiterschaft starken Rückhalt hatte, lag die Hochburg der FBP im Unterland. Der Klerus unterstützte die FBP und deren wertkonservative Ausrichtung. In Verhandlungen, die zu den Schlossabmachungen und schliess- lich zur neuen Verfassung vom 5. Oktober 1921 führten, setzte sich die VP mit ihren Vorstellungen weitgehend durch. Die FBP hatte in diesem Prozess eine konservativere und fürstentreuere Haltung eingenommen. Im Ergebnis resultierte eine Verfassung mit einer Direktwahl aller Land- tagsabgeordneten, der indirekten Wahl der Regierung aus gebürtigen Liechtensteinern – wobei dem Fürsten das Ernennungsrecht blieb –, der Einführung direktdemokratischer Rechte (Referendum, Volksinitiative, Abwahl des Landtags) sowie in weiterer Folge eine aussen- und wirt- schaftspolitische Annäherung an die Schweiz mit der Einführung des Schweizer Frankens als 
Währung. Parteien und Medien Bereits mit den Parteigründungen etablierte sich ein symbiotisches Sys- tem zwischen Parteien und Medien.6Die VP kontrollierte die Oberrhei- nischen Nachrichten als Sprachrohr ihrer Politik, während das Liech- 243 
Parteien im Wandel 5Zur Zeit von 1914 bis 1926 ausführlich Quaderer-Vogt, Bewegte Zeiten. 6Zur Medienentwicklung in Liechtenstein siehe Marxer, Medien in Liechtenstein.
        

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