Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/21/
für sie oder gegen andere sprechen. Und schliesslich ist Schnelligkeit oft nur eine (kostspielige) Eigenschaft, keine Tugend.» Und sechstens: «... Aus Balzers kamen bedeutende Männer, die eine wichtige Rolle in der Politik und Öffentlichkeit Liechtensteins spielten ...» Schliesslich sieb- tens: «Der Balzner macht nicht viele Worte ...» sowie zwölftens und letztens: «Er ist ein guter Liechtensteiner. Als Balzner.» Solche Sätze sind typisch für Hans. Sein «Lokalverständnis» diente nie einem Selbstzweck, sondern war eingebettet in einen breiteren Hori- zont, der ihn vor allem auf politischer Ebene zu damals (1971) von ihm wohl ungeahnten Ufern aufbrechen lassen würde. Hans wuchs von 1945 bis 1952 im Doppelhaus Winkel Nr. 11 in Balzers auf. Die 
Balzner Neujahrsblätter, eine spätere «Gründung» von ihm, widmen dieser Zeit einen ausführlichen Bericht,3in welchem in ein- drücklicher Weise die damaligen einfachen Lebensumstände in einem dörflichen Viertel beschrieben sind. Die im Artikel zum Ausdruck gebrachte örtliche Verbundenheit hat Hans in vielerlei Hinsicht geprägt. Er hat immer wieder gerne davon gesprochen, aber auch auf die ab und zu erfahrenen Mühen des Alltags hingewiesen, die wohl weniger ihn und seine sechs Geschwister Bertha, Clemens, Herbert, Arthur, Rosmarie und Reto als seine Eltern getroffen hatten. Ähnliches gilt sicher auch für die Zeit nach dem Umzug ins neu erbaute Haus an der Fürstenstrasse in der Nähe der Pfarrkirche gegenüber dem Gemeindehaus. Seine Mutter Rosa, allen bekannt als «Rosele» (und Hans wurde deshalb «s‘Rosele’s Hans» und nicht etwa «s‘Andreiassa Hans» genannt), betrieb, «neben» der Erziehung ihrer sieben Kinder, ein Eisenwaren-Ladengeschäft. Die Familie war früh vaterlos geworden, da Vater Andreas bereits im Jahre 1957 infolge einer schweren Krankheit gestorben war. Die Erinnerung an seinen Vater und an dessen Auslandaufenthalte als Gipser und Gast- arbeiter am Oberalppass in der Schweiz, in Spanien und Frankreich, aber auch in Ägypten und Italien, wie auch die Erinnerung an den harten All- tag seiner Mutter sind Hans präsent geblieben. Immer wieder kam er darauf zu sprechen, weil diese Erinnerungen auch eine wichtige Rolle in seiner politischen Einstellung und Tätigkeit und bei seiner sozialen Ein- stellung generell gespielt haben vor dem Hintergrund, wie wenig damals 21 
Biografische Notizen zu Hans Brunhart 3Hans Brunhart, Der «Winkel» um 1950 – eine kleine Welt für sich, Balzner Neu- jahrsblätter, 2012, S. 32 ff.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.