Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/184/
Land kann nicht davon ausgehen, dass der Kanton St. Gallen seine Spi- talplanung nach den Vorstellungen und Bedürfnissen Liechtensteins ent- wickelt. Die angemessene Wahrung der liechtensteinischen Interessen kann – ist ein gemeinsames Spital politisch gewollt – nur im Rahmen ei- ner selbständigen Trägerschaft erfolgen, nicht in einer Struktur, in wel- cher (regional-)politische Ziele einer politisch dominierten Spitalfüh- rung die Entscheidungen beeinflussen. Für ein gemeinsames Spital hätte es eines Staatsvertrages bedurft zwischen Liechtenstein und dem Kanton St. Gallen, in welchem die Zusammenarbeit partnerschaftlich geregelt hätte werden können. Erfolgreiche Vorbilder von Konkordaten zwi- schen verschiedenen Schweizer Kantonen, mit denen grenzüberschrei- tende Spitalprojekte unter gleichberechtigten realisiert worden sind, sind vorhanden.27 Vertikale Kooperation mit einem «preferred partner» Während eine horizontale Zusammenarbeit unter gewissen Vorausset- zungen sinnvoll sein kann (weil wirtschaftlich gewinnbringend und attraktivitätssteigernd), ist eine vertikale Kooperation für ein Regional- spital überlebensnotwendig und damit zwingend. Praktisch jedes Schweizer Regionalspital – und in Österreich dürfte es nicht anders sein – verfügt über ein Zentrumsspital als Kooperationspartner. In der Regel fällt dies nicht weiter auf, weil es das kantonseigene Zentrumsspital ist, welches die Zentrumsdienstleistungen für die Spitalbetriebe der «Peri- pherie» zur Verfügung stellt. Liechtenstein hat kein Zentrumsspital, weshalb eine vertragliche Kooperation mit einem solchen Zentrum zu suchen war. Das Land ist diesbezüglich in einer ähnlichen Situation wie etwa der Kanton Glarus, auf dessen Hoheitsgebiet es ebenfalls kein Zen- trumsspital gibt. Glarus hat in der Folge eine Zentrumsspitalvereinba- 184Michael 
Ritter 27In der Interpellationsbeantwortung (a.a.0.) wird beispielhaft auf das Projekt eines gemeinsamen Spitals der Kantone Wallis und Waadt hingewiesen, zu welcher eine Interkantonale Vereinbarung vom 10.2.2009 über ein gemeinsam betriebenes Spital besteht. Ein weiteres Beispiel für eine solche interkantonale Zusammenarbeit bildet der Vertrag zwischen Basel-Stadt und Basel-Land über das Universitäts-Kinderspi- tal beider Kantone (a.a.0.).
        

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