Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
56
Erscheinungsjahr:
2015
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000376391/161/
in der Schriftenreihe der Regierung30zugänglich gemacht, um die öffent- liche Diskussion und Meinungsbildung anzuregen. Dies erwies sich mehr als geboten, denn die Stimmung in der Öffentlichkeit für einen UNO-Beitritt war nicht gerade enthusiastisch, umso weniger als die Schweizer Stimmberechtigten den UNO Beitritt 1986 abgelehnt hat- ten.31Eine weitere sensible Frage betraf die Notwendigkeit der Volksab- stimmung über den liechtensteinischen Beitritt, auf die dann schliesslich nach entsprechenden Abklärungen verzichtet worden ist. Im November 1988 absolvierte Amtsleiter Roland Marxer zahlrei- che und wichtige Sondierungsgespräche in New York. Kein bilateraler «stakeholder», keine Staatengruppe und kein massgebliches UNO-Gre- mium wurden ausgelassen. Die Rückmeldungen waren durchwegs posi- tiv und es wurde u. a. notiert, dass die sogenannte Mikrostaatenfrage «nicht mehr aktuell»32sei. «Ausserdem fand ein Besuch beim Botschaf- ter der Schweiz bei der UNO statt, nachdem Anfang November Vertre- ter des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten in Bern über den Stand der Diskussion zum Thema UNO-Beitritt Liechtensteins informiert worden waren.»33Während des gesamten Pro- zesses waren die österreichische Vertretung bei der UNO wie auch das österreichische Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten Liechtenstein ein wertvoller Türöffner und hilfreicher Wegbereiter. Eine erste Landtagsdebatte erfolgte im November 1989. Die Abstimmung über den Antrag der Regierung, dem Beitritt zuzustimmen und das Gesuch um Mitgliedschaft beim Generalsekretär zu hinterlegen, fiel dann erst in der Dezembersitzung 1989 und war einstimmig. Per Akklamation wurde Liechtenstein schliesslich anlässlich der darauf fol- genden Generalversammlung am 18. September 1990 als 160. Mitglied in die UNO aufgenommen. Unter Leitung von Botschafterin Claudia Fritsche ab 1990 hat sich die Mission in New York eine anerkannte und geschätzte Position erar- beitet. Im Gremium, das heute 193 Mitgliedstaaten zählt, hat sich Liech- tenstein auf den Bereich Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit kon- 161 
Meilensteine in der liechtensteinischen Aussenpolitik 30Das Fürstentum Liechtenstein und die Vereinten Nationen (UNO), Schriftenreihe der Regierung Nr. 2, Vaduz 1988. 31Siehe auch David Beattie, a.a.O., S. 170. 32Bericht und Antrag Nr. 41, S. 3. 33Bericht und Antrag Nr. 41, S. 3.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.