Ein ausserordentlich informativer und erhellender Aufsatz zur liechtensteinischen Zivilprozessordnung und deren Prozessökonomie stammt von Gert 
Delle-Karth aus dem Jahr 2000 und trägt den Titel: «Die liechtensteinische ZPO im Wandel der Zeit; Reformbedarf für den Gesetzgeber?» Delle-Karth geht von der Entstehung und Geschichte der liechtensteinischen Zivilprozessordnung von 1912 aus und unterbreitet Anregungen zu deren Weiterentwicklung, insbesondere zwecks Pro- zessökonomie. Er zieht vergleichend die österreichische Zivilprozess- ordnung und deren Novellierungen bei und vermag als erfahrener öster- reichischer und liechtensteinischer Richter durchgehend einen Praxisbe- zug seiner prozessökonomischen Ausführungen zu wahren, was seinen Beitrag besonders wertvoll macht.38 Der bereits genannte Aufsatz Alois 
Ospelts zur Geschichte des liechtensteinischen Laienrichtertums behandelt zwar die Prozessökono- mie nicht im Besonderen. Im Zusammenhang mit der Entstehung der liechtensteinischen Zivilprozessordnung von 1912 weist er aber etliche prozessökonomische Implikationen auf.39 Auch die weiteren Entwick- lungen, welche Auswirkungen auf die zivilprozessuale Prozessökono- mie zeitigten, hat Ospelt ausführlich dargestellt, namentlich die Ausar- beitung und den Erlass des Vermittleramtsgesetzes von 191540 sowie die Änderungen in der liechtensteinischen Gerichtsorganisation infolge der neuen Landesverfassung von 192141. Mit dem prozessökonomischen Aspekt des Verbots der Rechtsver- zögerung aus völker- und grundrechtlicher Sicht spezifisch für das Fürs- tentum Liechtenstein hatte sich 1994 Wolfram 
Höfling42 und hat sich 2012 neuerdings Hugo 
Vogt43 auseinandergesetzt. Abgesehen von den genannten Werken fehlt eine Untersuchung, die sich selbständig der spezifischen Prozessökonomie der liechtenstei- nischen Zivilprozessordnung von 1912 aus rechtsgeschichtlichem Blick- 66§ 
2 Stand der Forschung 38Siehe Delle-Karth, passim, beispielsweise S.37–41 zum fehlenden Neuerungsverbot in der liechtensteinischen Zivilprozessordnung, S.49 zur Erleichterung von Kosten- verrechnungen sowie besonders der prozessökonomische Ausblick S.52f. 39Siehe Ospelt, Laienrichtertum, S.66–72. 40Siehe Ospelt, Laienrichtertum, S.72–75. 41Siehe Ospelt, Laienrichtertum, S.76–82. 42Siehe Höfling, S.244. 43Siehe Vogt, Verbot, S.605–611 [Rn. 17–31].
        

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