1.Überlegungen, Terminus, spezifische Theorie In der Sache dürften prozessökonomische 
Überlegungen so alt sein wie das Zivilverfahren und seine Erscheinungsformen selbst, insbesondere was den prozessualen Aspekt der Beschleunigung betrifft.1 Der 
Terminus2 der «Prozessökonomie» – heute schätzungsweise die häufigste und allmählich sich durchsetzende Bezeichnung – hat zahl- reiche (mitunter scheinbare3) Synonyme neben sich, beispielsweise «Ver- fahrensökonomie», «Prozesswirtschaftlichkeit», «verfahrensrechtliche Zweckmässigkeit», «prozessuale Effizienz», «Verfahrensrationalisie- rung» oder dergleichen. Sie bezeichnen grundsätzlich alle zwar ähnliche (negativ auftretende) Phänomene in einem Verfahren, sind jedoch nicht immer deckungsgleich und können stark voneinander abweichen.4 Die- ser Umstand erschwert die begriffsgeschichtliche Erfassung der Prozess- ökonomie.5 Jedenfalls tauchte der Terminus «Prozessökonomie» bei Franz Klein in seinen zivilprozessrechtlichen Werken aus den 1890er Jahren bereits explizit auf.6 Von prozessökonomischen Überlegungen und dem Auftreten des blossen Terminus der Prozessökonomie sind die Ansätze und Untersu- chungen zu einer spezifisch prozessökonomischen 
Theorie, die auch unter solch einer Bezeichnung auftritt und sich in erster Linie der Pro- zessökonomie widmet und sie thematisiert, zu unterscheiden. Ein frühes Zeugnis7 hierfür stammt aus Wilhelm Sauers Werk «Grundlagen des Prozeßrechts» aus dem Jahre 1919 in erster Auflage, wo er unter der Überschrift «überprozessuale Wertungen» ausführte: 58§ 
2 Stand der Forschung 1Vgl. Klein, Parteihandlung, S.145; Oberhammer, Speeding up, S.217. Siehe statt vie- ler Hoeren, S.121–136; siehe auch Willmann, S.15. Für das deutsche Recht im Hin- blick auf die Beschleunigung siehe vor allem Vollkommer, passim. 2Zur Prozessökonomie als Begriff und Typus siehe oben unter §  1/II./1./ b)/bb). 3Anderer Ansicht Schumann, S.272 m. w. N. 4Vgl. Bürki, S.65 und S.67, je m. w. H. 5Siehe Schumann, S.272–280; Hoeren, S.118f.; Pflughaupt, S.3–5. 6Siehe unten unter §  9/III./5. m. w. N.; vgl. dagegen Hoeren, S.119, der den Termi- nus «Prozessökonomie» in der deutschen Literatur erstmals 1913 lokalisiert; siehe auch Schumann, S.273f. 7Schumann, S.274, nennt die Monographie von von Mettenheim (siehe Literaturver- zeichnis unter «von Mettenheim») aus dem Jahre 1970 als erste profunde Untersu- chung zur Prozessökonomie.
        

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