ff)Zusammenfassung Zusammengefasst ergibt sich aus der Kategorisierung insgesamt fol- gende Ordnung: Prozessökonomische Missstände können 
Mängel sein, die in der Verfahrensordnung begründet liegen. Sie können 
Missbrauch sein, der von den zivilprozessualen Akteuren und deren Handeln her- rührt. Sie können auch die Folge einer Kombination dieser beiden sein. Ein prozessökonomischer Missstand hat eine 
Ursache, wenn der Miss- stand notwendigerweise und kausal die Folge aus ebendieser Ursache ist; vice versa besagt dies, dass die Beseitigung der Ursache notwendiger- weise zum Entfallen der Folge, also des prozessökonomischen Missstan- des führt. Ein prozessökonomischer Missstand hat 
demgegenüber Gründe, wenn seine Entstehung intentionalem Handeln von Akteuren zuzuschreiben und mithin nicht durch ein blosses Wenn-dann-Schema zu steuern ist. Prozessökonomie bedeutet letztlich stets eine 
Abwägung zwischen Zwecken und Mitteln. Dabei bezeichnen 
prozessökonomische Zwecke die Vorgaben der zu erreichenden Ziele wie Raschheit und Billigkeit des Verfahrens, ohne den Weg zu deren Erreichen festzulegen. Unter den Mitteln finden sich einerseits 
Massnahmen (ausserhalb der Zivilprozess- ordnung), die faktisch, organisatorisch, praktisch und häufig bloss unterstützend bei der Verwirklichung der Prozessökonomie in der Pra- xis beitragen sollen. Andererseits gibt es unter den Mitteln die prozess- ökonomischen 
Mechanismen (in der Zivilprozessordnung), die als ein- zelne Vorschriften oder als Zusammenwirken von mehreren Vorschrif- ten eine Prozessökonomie in der Verfahrensordnung umsetzen. Die einzelnen Bestandteile dieser Mechanismen wie Tatbestandselemente, Rechtsfolgen, Bedingungen, Formulierungen usw. stellen deren 
Ele- mente dar. Die Prozessökonomie umfasst demnach stets beides, sowohl theo- retische Rechtsetzung als auch die praktische Rechtsanwendung. In 
der Rechtsetzung geht es darum, die Prozessökonomie in der Verfahrens- ordnung 
umzusetzen, wobei es hierzu bereits des Blickes auf die Rechts- anwendung bedarf. In der 
Rechtsanwendung sodann gilt es, die Prozess- ökonomie im einzelnen realen Zivilprozess und der Gesamtheit aller Zivilprozesse so zu 
verwirklichen, wie die Verfahrensordnung es vor- gibt. 54§ 
1 Prozessökonomie heute
        

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