ihm beipflichtend, fest, dass die «beschworene vollkommene Rückkehr zu den ursprünglichen Regelungen Franz Kleins als nicht mehr zielfüh- rend»26 angesehen werden könne. Infolge der im Laufe der Zeit geänder- ten gesellschaftlichen Verhältnisse müsse, wie Klein selbst es dazumal postuliert und getan habe, der Zivilprozess den heutigen Gegebenheiten angepasst und seinen heutigen, namentlich prozessökonomischen Anforderungen gemäss aus- und weitergestaltet werden.27 Mitunter führe dies jedoch wieder auf Ansätze und Lösungen zurück, die Klein dazumal vorgesehen habe, von denen der Gesetzgeber aber mittlerweile – wohl kaum absichtlich28 – abgewichen sei.29 Die derzeitigen zivilpro- zessualen und prozessökonomischen Missstände seien gleichermassen den geänderten Verhältnissen zuzuschreiben wie ebenso sehr dadurch selbstverschuldet, dass der Gesetzgeber von den Klein’schen Grundge- danken abgegangen und stattdessen zur «Systemlosigkeit»30 seiner zivil- prozessrechtlichen Novellierungen übergegangen sei.31 Kleins «Leitge- danken»32 und «Grundprinzipien»33 in der österreichischen Zivilpro- zessordnung vermöchten de lege ferenda durchaus heute noch prozessökonomisch richtungsweisend zu wirken, weshalb es sie bewusst aufzugreifen und nötigenfalls, und wirklich nur dann, mittels Novellie- rungen in der Zivilprozessordnung auf die neuen Herausforderungen gemünzt umzusetzen gelte.34 Allein anhand der bestehenden Vorschrif- ten und mittels deren konsequenter Anwendung lasse sich ein prozess- ökonomischer, namentlich rascher Zivilprozess nicht mehr bewirken, da zur heutigen Zeit und in der heutigen Welt Sachverhalte und das anzu- wendende Recht viel umfangreicher und komplizierter seien als noch zu Zeiten Kleins.35503 
II. Spektrum der Ansichten 26Rechberger, Jahrtausendwende, S.60 m. N., Hervorhebungen im Original vorlie- gend weggelassen; vgl. auch Rechberger, Ziele, S.58. 27Rechberger, Jahrtausendwende, S.60. 28Vgl. Rechberger, Jahrtausendwende, S.63. 29Rechberger, Jahrtausendwende, S.60. 30Rechberger, Jahrtausendwende, S.63. 31Rechberger, Jahrtausendwende, S.61 und S.63. 32Rechberger, Jahrtausendwende, S.60. 33Rechberger, Jahrtausendwende, S.61. 34Vgl. Rechberger, Jahrtausendwende, S.61. 35Vgl. Rechberger, Jahrtausendwende, S.59.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.