warnte er: Die «stereotype Berufung auf den Geist Franz Kleins – sie kommt ständig vor – muß sich nämlich ihre mangelnde Überzeugungs- kraft entgegenhalten lassen»18,und zwar insofern, als sie die inzwischen grundlegend gewandelten Verhältnisse in Staat, Wirtschaft und Gesell- schaft nicht berücksichtigt und stattdessen die Lösungen Kleins um ihrer selbst willen verlangt.19 Fasching gelangte zum Ergebnis, dass der öster- reichische Gesetzgeber bei den Änderungen im Zivilverfahrensrecht im Grossen und Ganzen20 nach wie vor den grundlegenden, nicht zuletzt prozessökonomischen Überlegungen Kleins folge, ihn aber erstaunli- cherweise dabei nicht nenne.21 Sooft der Gesetzgeber sich nämlich von den ursprünglichen Regelungen Kleins abgewandt und sie ersetzt habe, seien solche Änderungen viel mehr im Sinne der Klein’schen Grundge- danken gelegen, als Klein selbst es damals mit der betreffenden Regelung umzusetzen vermocht habe.22 Würden die in der Zivilprozessordnung vorhandenen prozessökonomischen Mittel in praxi auch angewendet, liesse sich eine bedeutende Beschleunigung der Zivilprozesses allein hierdurch erzielen.23 Das hänge indes von den zivilprozessualen Akteu- ren ab und der Gesetzgeber allein vermöge das somit nicht zu steuern.24 «Wir haben in den Zivilverfahrensgesetzen ein schützenswertes und funktionstüchtiges Gesetzeswerk, daseine sichere Basis für ein Jahrhundert wohlgeordneter Rechtspflege geboten hat. Es liegt an uns, alle seine Möglichkeiten auszunützen, so den Rechtsschutz faktisch zu verbessern und das Weiterleben und die organische Entwicklung der vor hundert Jahren in Kraft getretenen Zivilver- fahrensgesetze in Österreich auch für die nächsten Jahrzehnte sicherzustellen.»25 Walter H. 
Rechberger bezog sich in seinem Ausblick de lege ferenda im Zivilprozessrecht aus dem Jahre 1998 explizit auf Fasching und hielt, 502§ 
12 Folgefrage: Rückkehr? 18Fasching, Weiterentwicklung, S.101. 19Fasching, Weiterentwicklung, S.101, siehe S.116 mit Fn. 109. 20Differenzierend siehe Fasching, 100 Jahre, S.30. 21Fasching, Weiterentwicklung, S.115. 22Fasching, Weiterentwicklung, S.116; vgl. Fasching, 100 Jahre, S.30. 23Fasching, 100 Jahre, S.23, vgl. S.21. 24Fasching, 100 Jahre, S.23, vgl. S.21. 25Fasching, 100 Jahre, S.30. Vgl. Hochegger, S.87. Zur Langlebigkeit der Zivilpro- zessordnung und die Gründe hierfür siehe Lewisch, Analyse, S.175f.
        

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