Ablaufes. Es handelt sich dabei um eine Wenn- dann-Folge in einem linearen System, so dass, immer wenn ein genau bestimmtes X eintritt, genau ein gewisses Y daraus folgt. Hingegen bestehen 
Gründe für pro- zessökonomische Missstände, wenn sie zwar nicht zwangsläufig, aber eben doch eintreten, weil die zivilprozessualen Akteure (Menschen) handeln, und zwar angesichts von gewissen Anreizen, Motivationen oder (rechtlichen oder faktischen) Möglichkeiten jeweils mit Verschul- den (von Unkenntnis über Fahrlässigkeit bis zu Absicht und Mutwillen). Hierbei liegt ein komplexes System vor, da menschliches Verhalten nicht zwangsläufig einem Wenn-dann-Schema unterliegt. Mithin lässt sich nicht genau bestimmen, worin das X genau besteht, das auf den jeweili- gen Akteur – dieser zudem quasi als Blackbox – wirkt und ebenso wenig kann mit Gewissheit das Y festgesetzt werden, das sein Handeln als Reaktion darauf sein wird. Dennoch können empirisch und statistisch gewisse Tendenzen herausgestellt werden, welche Einflüsse welche Aus- wirkungen auf das zivilprozessuale Verhalten der Akteure gemeinhin haben. Darüber hinaus interagieren ja mehrere und verschiedene Akteure im Zivilprozess, was Voraussehbarkeit und Steuerbarkeit des Verhaltens zusätzlich erschwert. Ein prozessökonomischer Missstand kann natürlich auch zugleich von Ursachen und Gründen hervorgerufen sein, also durch eine Kombi- nation 
beider. bb)Mängel versus Missbrauch Entsprechend der Unterscheidung zwischen Ursachen und Gründen können auch die (in einem weiten Sinne verstandenen) prozessökono- mischen Missstände unterteilt werden. Sie sind im engeren Sinne entwe- der prozessökonomische 
Mängel, sozusagen sachlich bedingt, falls Ursachen sie bewirken. Sie sind demgegenüber 
prozessökonomische Missbräuche88,falls menschlich bedingt, weil sie Gründe im Handeln der zivilprozessualen Akteure haben, namentlich wenn diese mutwillig der Prozessökonomie zuwider handeln.89 Je nachdem, ob für mangelnde Prozessökonomie jeweils Ursachen (Mängel) und/oder Gründe (Missbräuche) angeführt werden, ändern 50§ 
1 Prozessökonomie heute 88So von Franz Klein bezeichnet, siehe unten unter §  9/III./4./b). 89Vgl. zu einer solchen Differenzierung Oberhammer/Domej, Efficiency, S.62.
        

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