Der neue § 452 Abs. 3 FL-ZPO war das Paradebeispiel eines prozess- ökonomischen Mechanismus, der sich nahtlos in die Zivilprozessord- nung fügte, indem er auch sonst häufig auftretende prozessökonomische Elemente in sich vereinigte. Parteiseitige Vorbringen konnten, mussten indes nicht, vom Gericht in Ausübung der prozessökonomischen Pro- zessleitung zurückgewiesen werden, wobei dem Gericht insofern Hand- lungsspielraum zukam, als es ex officio oder erst auf Antrag hin tätig werden konnte. Vorausgesetzt war eine Verschleppungsabsicht, die die Partei mit ihrem Vorbringen verfolgte, womit dem Gericht eine freie Würdigung der Umstände erlaubt wurde. Der Sanktionenkatalog war offengehalten. Das betreffende Vorbringen konnte zurückgewiesen wer- den, so dass nicht nur die faktische Prozessverzögerung und Verletzung der Prozessökonomie unterblieb, sondern der materielle Nachteil die verschuldende Partei selbst traf. Das Gericht konnte alternativ das Vor- bringen zugunsten der Gründlichkeit und materiellen Wahrheit dennoch berücksichtigen, allerdings die negativen Folgen des prozessökonomi- schen Verstosses dadurch abmildern und auf die verschuldende Partei abwälzen, indem es ihr die Prozesskosten auferlegte; wiederum verblieb Handlungsspielraum im Ausmass von gänzlicher bis zu teilweiser Über- bürdung der Prozesskosten. Zudem konnte das Gericht kumulativ zu 490§ 
11 Weiterentwicklungen 1916 bis 
1924 § 452 Abs. 3 FL-ZPO (neu) Ein solches Vorbringen von neuen Ansprüchen oder Einreden, neuen Tatsachen und Beweisen 
kannje- doch vom Gerichte 
auf Antrag oder von amteswegen als 
unstatthaft er- klärt werden, wenn es in der 
Ab- sicht, den Prozess zu verschleppen, nicht früher vorgebracht worden ist, oder es können statt dessen vom Ge- richte die 
Prozesskostender betref- fenden Partei 
ganz oder teilweise auferlegt oder es kann eine 
Mutwil- lensstrafewegen Prozessverschlep- pung verhängt werden (§§ 44 und 408).
        

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