den erläuternden Bemerkungen zu seinem Entwurf einer österrei- chischen Zivilprozessordnung tauchten sie praktisch auf jeder Seite auf, doch auch in den übrigen Werken Kleins waren sie allgegenwärtig. Inwiefern kann man von einem 
spezifisch prozessökonomischen Konzept bei Franz Klein sprechen? – Es lässt sich von einem durchge- henden prozessökonomischen Konzept sprechen, weil «sich der Ent- wurf [der Civilprocessordnung, E. S.]», wie Klein erklärte, 
«allenthalben bemüht, ein Gleichgewicht zwischen 
Zweck und 
Mittel herzustellen, kein Institut isolirt, sondern jedes in seinen Beziehungen zu allen übri- gen Processeinrichtungen zu betrachten und zu regeln[.]»289 Diesen Befund bestätigt das Schrifttum Kleins insgesamt. Denn was er in ver- schiedenen Schriften vorgeschlagen und angeregt hatte, gelang ihm im Entwurf der Zivilprozessordnung systematisch, das heisst konsistent und kohärent zugrundezulegen und umzusetzen. Es existierte somit nicht nur ein «der österreichischen Verfahrensrechtskodifikation 1895/98 zugrundeliegende[s] vorlegislative[s] Konzep[t]»290,sondern ein solches auch spezifisch in prozessökonomischer Hinsicht. Im Lichte der Werke Kleins erhellt ebendieses prozessökonomische Konzept. Und immer wieder kam dabei der Grundmechanismus der Prozessökonomie, nämlich die Abwägung zwischen zivilprozessualen Zwecken und Mit- teln, zum Tragen, und zwar vom Grossen, Ganzen und Grundlegenden des Zivilprozesses bis hin zu dessen detaillierten Elementen einzelner Normen: «Leistung und Erfolg, 
Mittel und 
Zweck müssen im Prozesse in einem 
richtigen Verhältnis stehen, 
individuell und 
sozial betrachtet. [...] Jeder durch den Endzweck des Prozesses nicht 
gerechtfertigte Aufwand an Arbeitskraft, 
Zeit oder 
Geld ist eine Debetpost. Sozial angesehen, d. h. multipliziert mit der Zahl der angebrachten Klagen und anhängigen Prozesse wächst der Verlust ins Riesige. Soweit er nicht zufällig oder schuldhafterweise herbeigeführt wird, sondern mit der 
Einrichtung des Verfahrens verbunden, durch sie 
verur- sacht ist, würde sich Gesetzgebung und Rechtsordnung mit einem schweren Vorwurf beladen, wenn sie es unterlassen wollten, dem 465 
III. Prozessökonomische Leitgedanken 289Klein, Bemerkungen CPO, S.301, Hervorhebungen E. S. 290Sprung, Grundlagen, S.381.
        

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