zelner Vorkehrungen und äußern hier statistisch oft nicht erfaßbare Wir- kungen»274,obgleich sie solche zweifellos und sinnvollerweise zeitigten. Klein war demnach skeptisch, was die 
Quantifizier- und Messbarkeit der Prozessökonomie betraf, ganz abgesehen vom Missstand, dass oft- mals überhaupt verlässliche und repräsentative empirische Daten gar nicht erhoben wurden275. Empirische Befunde konnten durchaus hilf- reich sein und als objektivierte Bestätigungen dienen; Klein stützte sich bei seinen Überlegungen zuweilen auch auf sie,276 zum Beispiel bezüg- lich der Verfahrensdauer277,bezüglich der Häufigkeit des vorbereitenden Verfahrens278 oder von Rekursen279. Allein alle Aspekte der Prozessöko- nomie vermochten sie nicht zu dokumentieren. Die Prozessökonomie auf sie zu reduzieren, namentlich auf die leicht messbare Dauer des Zivilprozesses, dem hätte Franz Klein widersprochen; er tat das zum Beispiel ausdrücklich bei den selteneren Prozessverzögerungen durch parteiseitige Unzuständigkeitseinreden, die statistisch keinen Nieder- schlag fanden und nicht empirisch ausweisbar waren280. Auf keinen Fall durfte man bei Untersuchung der Prozessökonomie dem Irrglauben ver- fallen, dass «man die Prozesse lediglich zählt und nicht wägt. [...] Die Statistik eröffnet leider keine Möglichkeit, die Causen nach ihrer Bedeu- tung zu sondern.»281 Und gerade – um Kleins Kritik weiterzuspinnen – bei überschaubaren Zuständigkeitsbereichen, wie sie in Österreich bei den Bezirksgerichten oder im Fürstentum Liechtenstein ausschliesslich vorlagen, versagte die Statistik hinsichtlich der Erfassung der Prozess- ökonomie: Weil die Statistik das gerichtliche prozessökonomische Han- deln bloss anhand gewisser Merkmale wie Verfahrensdauer oder bestimmter Prozesshandlungen registrierte, reduzierte sie es auf Teil - 462§ 
9 Fassung 1912 274Klein, Zeit- und Geistesströmungen, S.26. Siehe Madlé, passim, besonders S.160, S.167–171 und S.174, je m. w. H. 275Vgl. beispielsweise Klein, Zivilprozeß, S.130 oder S.330. Siehe Oberhammer/ Domej, Delay, S.260f. 276Vgl. Mayr, Friedensgerichtsbarkeit, S.137, sowie Mayr, Rechtsschutzalternativen, S.253 f; Lewisch, Klein, S.370. 277Siehe Klein, Praxis, S.7–9; Klein, Zivilprozeß, S.330 in Verbindung mit S.331–333. 278Siehe Klein, Zivilprozeß, S.214. 279Siehe Klein, Zivilprozeß, S.457f. 280Siehe Klein, Zivilprozeß, S.130. 281Madlé, S.173.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.