gelhafter zivilprozessualer Vorschriften griff Klein als prozessökonomi- sche Leitlinien für deren Vermeidung in der künftigen Rechtsentwick- lung auf [b)]. Demnach wurde aus dem früheren Zivilprozess und des- sen Erfahrungen eine ständige Kontrastfolie an prozessökonomischen Missständen, denen es de lege ferenda wirkungsvoll entgegenzutreten galt [c)]. Schliesslich äusserte sich Klein skeptisch gegenüber der Quan- tifizier- und Messbarkeit der Prozessökonomie und warnte davor, statis- tischen Zahlen hinsichtlich der Prozessökonomie allzu viel Bedeutung und Aussagekraft beizumessen [d)]. a)Praktikabilität, Praxis und Rechtswirklichkeit Wie in Kleins Allegorie des Zivilprozesses als Maschinerie zum Aus- druck kam,213 legte er besonderen Wert auf die 
Praktikabilität der zivil- prozessualen Vorschriften, deren korrekte Anwendung durch die Akteure der 
forensischen Praxis sowie die 
Verwirklichung der Zivilpro- zessordnung im einzelnen, konkreten Zivilprozess.214 Anders gewendet: «Der Prozeß hat es immer mit 
Menschen zu tun»215 und ist für alles Menschliche anfällig, aber auch empfänglich.216 Gerade die Prozessöko- nomie und die besonderen Ziele der Effizienz, Raschheit und Billigkeit des neuen Zivilprozesses hingen massgeblich davon ab, wie die Praxis bei der Rechtsanwendung mit ihnen umgehen würde. «Der in dieser Art allersubjectivste Zweig der Rechtsordnung», so hatte Klein bereits in «Pro futuro» festgehalten, «ist das Civilprozeßrecht. Das Gesetz gibt eine Menge Regeln und Vorschriften, die für sich und in ihrer Composition, rein wissen- schaftlich beurtheilt, den besten Proceß darstellen. Aber was aus ihnen in Wirklichkeit wird, darüber entscheiden Jene, welche das Gesetz anwenden: Richter und Anwälte. Von ihnen hängt es ab, ob die gute Saat auch aufgeht. Des Geistes voll, der die Gesetzgebung leitete, können sie deren letzte Intentionen zur vollen Entfaltung 451 
III. Prozessökonomische Leitgedanken 213Siehe oben unter §  3/II./3. 214Vgl. beispielsweise Klein, Pro futuro, JBl 20 (1891), S.5; Klein, Mündlichkeitstypen, S.81; Klein, Beratungsgesetz, S.48; Klein, Gesetzentwürfe, S.25 m. N.; Klein, Zivil- prozeß, S.219 und S.372. Vgl. auch Dahlmanns, S.2738. 215Schima, S.257, Hervorhebung E. S.; vgl. Fasching, Weiterentwicklung, S.101. 216Siehe Esser, S.37 m. N.
        

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