Akteuren auf ein gemeinsames Ziel hin, wobei aber jeder das verrichten sollte, wozu er allein oder am besten imstande war: «[E]ins im letzten Ziele, hat jedes jener Elemente guter Rechtspre- chung seine eigene Aufgabe, 
sie können sich nicht wechselweise ver- treten, denn keine thut das Nämliche, und darin ist es begründet, daß, was am einen gemindert wird, nicht durch Verbesserung am anderen hereingebracht, ausgeglichen werden kann, es entgeht dem Producte, das, um zu genügen, der Vollleistung 
aller Factoren bedarf.»198 Das Gericht konnte und sollte trotz aller Prozessleitung im Zivilprozess nicht den Anwalt ersetzen oder ihn überflüssig machen.199Partei- und Gerichtsbetrieb sollten sich vielmehr gegenseitig ergänzen und in wich- tigen Punkten beide gleichermassen möglich sein; der Parteibetrieb sollte zumindest subsidiär dort eingreifen können, wo nicht von vornherein feststand, dass das Gericht es mit Vorteil tat.200Anstatt einseitig gänzlich nur auf einen der beiden Akteure abzustellen, wurde dadurch ein «Zwei- gespann von zuverlässiger Zugkraft»201und ein ausgewogenes Verhältnis des Zusammenwirkens geschaffen.202In Anbetracht des Zivilprozesses, wie er unter der Allgemeinen bzw. Westgalizischen Gerichtsordnung geherrscht hatte, bedeutete das eine wesentliche Stärkung des Gerichts- betriebes, den es dazumal kaum gegeben hatte: «Der Richter ist nicht mehr der Hampelmann, den die Parteien nach Belieben ziehen und der alle seine Glieder hängen läßt, wenn er von niemandem gezogen wird.»203 h)Systematische Flexibilität und Anpassungsvermögen Für die prozessökonomische Qualität einer Zivilprozessordnung sprach es laut Klein, wenn sie sich durch 
Flexibilität und Anpassungsvermögen an den konkreten Zivilprozess auszeichnete: 448§ 
9 Fassung 1912 198Klein, Mündlichkeitstypen, S.42, erste Hervorhebung E. S., letzte Hervorhebung im Original. 199Klein, Bericht, S.67. 200Vgl. Klein, Zivilprozeß, S.185. 201Klein, Zivilprozeß, S.182 m. w. H. 202Vgl. Klein, Zivilprozeß, S.203. 203Klein, Zivilprozeß, S.182; vgl. Klein, Praxis, S.65. Vgl. Sprung, Zielsetzungen, S.338.
        

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