die Parteien und alle auf Seiten der Parteien im Zivilprozess auftretenden Akteure wie deren Advokaten oder sonstige Vertreter 
infrage.178 Zweckloses Verhalten im Zivilprozess ergab sich denklogisch als dritte Möglichkeit und betraf in erster Linie das Gericht im Zivilprozess. Dass das Gericht sich zweckwidrig verhielt, war durchaus möglich und stets zu unterbinden. Allerdings waren Zweckwidrigkeiten auf Seiten des Gerichts viel seltener als bei den Parteien, da es hierzu keine Anreize hatte. Denn das Gericht als staatliche Institution verfolgte staatliche Ziele und hegte für die Folgen zweckwidrigen Verhaltens nicht dasselbe starke und persönliche Interesse wie die Parteien. Demgegenüber war das Gericht im Gegensatz zu den Parteien, denen es das Gesetz der Wirt- schaftlichkeit als Privatpersonen verbot, anfälliger für zweckloses Ver- halten. Dieses meinte ein gerichtliches Tätigwerden, das zwar nicht zweckwidrig, allerdings ebenso nicht zweckgemäss oder zweckdienlich war und dadurch unnötig und somit aus prozessökonomischer Sicht wiederum zu vermeiden war. Denn dem Leitgedanken der Zweckmäs- sigkeit zufolge mussten sämtlicher Arbeits- und Zeitaufwand, mussten alle Kosten sowie Formalitäten, die nicht den anerkannten Zwecken des Zivilprozesses dienten und durch sie gerechtfertigt waren, ersatzlos ent- fallen.179 e)Relativität Den prozessökonomischen Leitgedanken der 
Relativität berücksichtigte Klein für alle prozessualen Einrichtungen, welche die Hürde der Zweck- mässigkeit und Zweckdienlichkeit gemeistert hatten. Er legte der Zivil- prozessordnung eine «Relativität der einzelnen Prozesseinrichtungen»180 zugrunde, so dass ein zu leistender Aufwand jeweils in einem angemes- senen Verhältnis zu der Bedeutung stehen sollte, die eine Prozessein- richtung mit Blick auf den gesamten Zivilprozess hatte.181 So sollten bei- spielsweise Inzidenzpunkte und Zwischenfragen im Gegensatz zur Hauptsache mit deutlich wenigerAufwand und schneller abgehandelt 445 
III. Prozessökonomische Leitgedanken 178Vgl. Klein, Zivilprozeß, S.255; siehe hierzu unten unter §  9/III./4./b). 179Vgl. Klein, Bericht, S.75f. 180Klein, Bemerkungen CPO, S.190. 181Vgl. Klein, Bemerkungen CPO, S.190; Klein, Gesetzentwürfe, S.31 m. N. Vgl. auch Walker, Vergleich, S.272.
        

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