ökonomie beitrug, wenn 
Zivilprozesse und andere Verfahren überall dort, wo sie unnötig waren, 
überhaupt vermieden wurden, wozu «die Einrichtungen des Prozesses selbst manches beitragen können[.]»137 Zu verhindern galt es nach Klein ganz besonders insgesamt nichtige Verfah- ren, nichtige (Teil-)Entscheidungen sowie nichtige Urteile,138 denn sämt- licher Aufwand, sämtliche Zeit und Kosten, die darin investiert worden waren, gingen infolge der Nichtigkeit ertraglos und unwiderruflich ver- loren.139 Ansonsten waren für Klein sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung zusätzliche Verfahren zu unterbinden. In horizontaler Hinsicht bedeutete das die Konzentration nicht nur 
im, sondern auch 
von Verfahren: Die neue Zivilprozessordnung sollte bei jedem nötigen Zivilprozess, anstatt aus ihm mehrere weitere entstehen zu lassen, wie es die ihr vorangehenden Verfahrensgesetze getan hatten,140 den umgekehrten Weg beschreiten und zusätzliche Ver- fahren jeglicher Art vermeiden. Es sollten laut Klein «mittels der Pro- zesse Prozesse verhütet und vermieden werden»141,was nicht nur bedeu- tete, aus Zivilprozessen keine weiteren Zivilprozesse entstehen zu lassen, sondern was auch besondere Verfahrensarten einschloss, aus denen keine zusätzlichen ordentlichen Zivilprozesse hervorgehen sollten. Das wollte Klein einerseits erreichen, indem die Zivilprozessordnung die 
Verbin- dung von Zivilprozessen förderte, ohne aber dabei Verzögerungen zu bewirken.142 Andererseits sollten bei einem Zivilprozess nebenher lau- fende Separatverfahren zu einzelnen konnexen Fragen vermieden wer- den, indem diese möglichst in den zugrundeliegenden Zivilprozess ein- bezogen und, ohne ihn zu verzögern, inzident abgehandelt und ent- schieden wurden.143 Ausserdem sollte ein prozessökonomischer ordentlicher Zivilprozess dafür sorgen, dass alle besonderen, angeblich prozessökonomischeren Verfahrensarten entbehrlich wurden.144 438§ 
9 Fassung 1912 137Klein, Zeit- und Geistesströmungen, S.28; siehe zum Beispiel Klein, Bemerkungen CPO, S.283f.Vgl. Lewisch, Analyse, S.167. 138Vgl. Klein, Bemerkungen CPO, S.210. 139Klein, Bemerkungen CPO, S.287. 140Klein, Parteienvertretung, S.40. Vgl. Schuster-Bonnott, S.244. 141Klein, Zivilprozeß, S.199. Vgl. Fucik, S.196f.; siehe Lewisch, Zivilprozeß, S.107. 142Klein, Praxis, S.80–87, besonders S.81 und S.84. 143Siehe Klein, Pro futuro, JBl 19 (1890), S.555, am Beispiel eines zusätzlichen Editi- onsprozesses verdeutlicht. 144Siehe oben unter §  4/I./16.
        

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