daneben noch immer ihren Platz hatte und komplementär und förder- lich für die Mündlichkeit im Prozess dort punktuell eingreifen konnte, wo es erforderlich war. Denn eine reine Mündlichkeit wäre ebenso zum Scheitern verurteilt gewesen, wie es ihr striktes Gegenteil in Form der übermässigen Schriftlichkeit in der Allgemeinen bzw. Westgalizischen Gerichtsordnung gewesen war. Darüber hinaus bewerkstelligte Klein, all die Grundsätze 
kombi- niert aufeinander abzustimmen und miteinander in Einklang zu bringen, und zwar so, dass sich daraus ein optimaler, sinnvoller, praxistauglicher und nicht zuletzt prozessökonomischer Zivilprozess konstruieren liess. 2.Prozessökonomische Maximen In den Rang von prozessökonomischen Maximen erhob Klein sowohl die Konzentration des Verfahrens [a)] als auch die gerichtliche Prozess- leitung [b)]. a)Konzentration des Verfahrens In prozessökonomischer Hinsicht folgte Klein der ausdrücklichen Maxime der 
Konzentration des Verfahrens und als solcher widmete ihr Klein ein eigenes und besonders ausführliches Kapitel102 in seinem Werk «Der Zivilprozeß Oesterreichs». Auf die Zivilprozesse insgesamt ange- wendet, verlangte die Maxime der Konzentration:«[W]enn zwei Aufga- ben gleichzeitig im 
selben Verfahren gelöst werden können, soll dies geschehen, überflüssige Prozesse sollen vermieden werden[.]»103 Für den einzelnen Zivilprozess und seine Teile folgte daraus, dass «die Handlun- gen und Teilverfahren, die zu einem Prozesse jeweils gehören, nicht zu sehr auseinanderfallen zu lassen, sondern sie 
innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraumes zusammenzudrängen, sie zu 
konzentrieren»104 sind, um Arbeit, Kosten und Zeit zu sparen105.431 
III. Prozessökonomische Leitgedanken 102Siehe Klein, Zivilprozeß, S.244–279 [Kapitel IX]. Siehe auch Vortrag Schönborn 1893, S.222f. 103Klein, Parteienvertretung, S.40, Hervorhebung im Original. 104Klein, Zivilprozeß, S.245, Hervorhebungen E. S. 105Klein, Praxis, S.213 und S.265. Vgl. Malaniuk, S.190.
        

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