weil sie bloss flexible, leitende Grundgedanken waren, unverändert erhalten und galten mithin unvermindert für die liechtensteinische Zivil- prozessordnung von 1912. Bei den prozessökonomischen Leitgedanken hatte Klein allem voran die neutralen Verfahrensgrundsätze ausgeklam- mert (1.) und als explizite prozessökonomische Maximen (2.) die Kon- zentration des Verfahrens und die gerichtliche Prozessleitung aufgestellt. Sodann hatte Klein zwischen der Umsetzung der Prozessökonomie in der Zivilprozessordnung mittels prozessökonomischer Mechanismen (3.) einerseits sowie andererseits der Verwirklichung der Prozessökono- mie in der Praxis (4.) unterschieden, wobei er auf beide grossen Wert legte. All die prozessökonomischen Leitgedanken ergaben in ihrem Zusammenwirken und in ihrer Gesamtheit schliesslich ein 
prozessökono- misches Konzept Franz Kleins (5.), das er der österreichischen Zivilpro- zessordnung von 1895 zugrundegelegt hatte, das aber infolge der Rezep- tion und trotz der Änderungen in der prozessökonomischen Gestalt glei- chermassen für die liechtensteinische Zivilprozessordnung von 1912 
galt. I.Historischer Hintergrund In der Sitzung vom 16. November 19126 nahm der liechtensteinische Landtag die Walker’schen Gesetzesentwürfe im Wesentlichen so, wie sie eingebracht worden waren, aber mit den von der zweiten Siebnerkom- mission beantragten Änderungen einstimmig – das hob das Schreiben des Landtagspräsidiums an die Regierung zweifach hervor – an.7 Die neue liechtensteinische Zivilprozessordnung8 unddie Jurisdiktions- norm9 traten mit fürstlicher Sanktion in ihren Stammfassungen auf den 1. Juni 191310 hin in Kraft (Art. I Abs. 1 FL-EGZPO). 412§ 
9 Fassung 1912 6Falsch daher Ospelt, Laienrichtertum, S.71, der die Annahme im Landtag auf den 10. Dezember 1912 datiert. Der 10. Dezember war jedoch das Datum der fürstlichen Sanktion der im Landtag am 16. November 1912 angenommenen Entwürfe Wal- kers. 7LI LA RE 1912/114, Z. 7/Landtag, 16. November 1912; Schädler, 1912–1919, S.10. 8Siehe Abkürzungsverzeichnis II. s. v. «FL-ZPO». 9Siehe Abkürzungsverzeichnis II. s. v. «FL-JN». 10LI LA RE 1912/114, Z. 7/Landtag, 16. November 1912. Ursprünglich war der 5.Oktober 1912 geplant gewesen (LI LA RE 1912/114, Walker, Gesetzentwürfe, 1911, S.179).
        

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