nach unzweckmässige Trennung zwischen erster Tagsatzung und Tag- satzung zur Streitverhandlung: «Im Vergleich mit anderen modernen Gesetzen ist sie [die Zivil- prozessordnung, E. S.] für unser Land viel zu groß; sie paßt für einen Großstaat wie Oesterreich, mit seinen tausend und abertau- send Lebensmannigfaltigkeiten. Hätte man z[um] B[eispiel] nicht das Zwischenverfahren mit der ersten Tagsatzung ganz weglassen können? Ein namhafter Jurist frug uns neulich, ob denn die Liech- tensteiner ihren Verstand in dieses Gesetz gegossen hätten. Auch eine Ansicht.»202 3.Ergebnis Das umfangreiche Gutachten Martin Hämmerles zuhanden der zweiten Siebnerkommission beleuchtete die Walker’schen Entwürfe auch unter prozessökonomischen Gesichtspunkten, deren Hämmerle zwei beson- ders herausstrich. Zum einen schlug Hämmerle im Hinblick auf das ohnehin umstrit- tene – weil die fürstliche Justizhoheit berührende – Politikum 
der Umbildung des Instanzenzuges vor, auf das erstinstanzliche Vaduzer Landgericht eine Zweitinstanz in Feldkirch folgen zu lassen. Deren Zusammensetzung und Verfahren arbeitete er in den relevanten Grund- zügen mit den erforderlichen Abstimmungen in der Zivilprozessord- nung, wie zum Beispiel dem Anwaltszwang vor den Rechtsmittelinstan- zen, aus. Er kam zum Schluss, dass eine derartige Zweitinstanz prozess- ökonomisch dem jetzigen Instanzenzug mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar prozessökonomischer sei. Die zeitgenössischen Quellen legen nahe, dass zum Zeitpunkt von Hämmerles Vorschlag eine (zumin- dest derartige) Änderung des Instanzenzuges aber aus politischen Grün- den nicht mehr ernstlich zur Debatte stand. Zum anderen regte Hämmerle im Gegensatz zum Walker’schen Entwurf an, auch in Fällen mit Streitwert über 1000 Kronen bereits 
an der ersten Tagsatzung dem Beklagten auf gerichtliche Erlaubnis hin 402§ 
8 Ausarbeitung 1909 bis 1912 202O. Na. vom 13. Juni 1914, S.1.
        

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