war, [...] unserer Bevölkerung viele Prozesse, viele Kosten und auch wohl manchen Unfrieden ersparen würde[.]»169 Weshalb solche prozessökonomischen Fragen und Erwägungen umso dringlicher waren, wurde an einer Äusserung des Landesverwesers In der Maur deutlich, die er im Landtag tätigte: Es stehe fest, «daß zweifellos mit der Einführung des neuen Zivilprozesses die Arbeiten bei dem Landgerichte ganz erheblich vermehrt werden. Nach dem bisherigen Verfahren haben die Parteien bez[iehungs- weise] ihre Vertreter die Prozeßleitung in Händen gehabt, während nach dem neuen Verfahren der Richter denselben zu leiten habe.»170 Falls künftig auch die Berufungsinstanz im Fürstentum Liechtenstein selbst angesiedelt würde, so gab Landtagspräsident Albert Schädler zudem zu bedenken, würden daraus neue und hohe Kosten auf den Staatshaushalt zukommen.171 Überall wo der unvermeidbaren Arbeits- und damit einhergehenden Kostensteigerung der Justiz entgegengewirkt werden konnte, waren daher dringendst prozessökonomische Vorkeh- rungen zu treffen. 3.Ergebnis Die 
ordentliche Erstberatung der Kommission betreffend die Wal- ker’schen Entwürfe und das daraus hervorgehende Referat im Landtag beschränkte sich auf eine generelle Sichtung. In prozessökonomischer Hinsicht wurden 
drei Fragen aufgeworfen, die eine besondere, zweite Siebnerkommission später genau klären sollte: (1) War aus prozessöko- nomisch-praktischen Gründen der bisherige Instanzenzug Vaduz-Wien- Innsbruck beizubehalten und einer Schaffung eines inländischen Instan- zenzuges vorzuziehen? (2) Wurden die prozessökonomischen Ziele, so wie sie zu Beginn der Justizreform festgehalten worden waren, in der neuen Zivilprozessordnung umgesetzt und wo bedurfte es allenfalls 394§ 
8 Ausarbeitung 1909 bis 1912 169LI LA RE 1911/1390, Gesetzentwürfe, 11. Dezember 1911, S.6; vgl. L. Vo. vom 24. November 1911, S.7; L. Vo. vom 15. Dezember 1911, S.6; siehe LI LA LTP 1911, 11. Dezember 1911, S.44f.(S.2f.). 170Zitiert nach L. Vo. vom 15. Dezember 1911, S.6. 171Vgl. LI LA LTP 1911, 11. Dezember 1911, S.44 (S.2).
        

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