7.Keine prozessökonomischen Massnahmen Franz Klein hatte verschiedene prozessökonomische Massnahmen ver- anlasst, die dafür sorgen sollten, dass der neue, prozessökonomische Zivilprozesses in Österreich auch in der forensischen Praxis verwirklicht werden würde: Formulare und Mustervorlagen, offizielle Fragebeant- wortungen, ein öffentlicher Appell an die Richterschaft und weitere mehr.136 Von derartigen flankierenden faktischen Massnahmen der Pro- zessökonomie sah Gustav Walker gänzlich ab. Es findet sich keinerlei Beleg, dass er solche Massnahmen überhaupt erwogen hätte. Der liech- tensteinische Justizapparat war zu klein, um prozessökonomische Mass- nahmen zu erfordern. Am Vaduzer Landgericht amtierte nur ein einzi- ger Landrichter, der überdies als aus Österreich stammender Richter mit dem österreichischen Zivilverfahren (als wesentlicher Rezeptionsvorlage des liechtensteinischen Zivilverfahrens) bereits seit längerem vertraut war. Das galt noch viel mehr für die liechtensteinischen Rechtsmittelin- stanzen an österreichischen Gerichten bzw. deren Richter, das heisst für die Richter am fürstlichen Appellationsgericht in Wien und das Inns- brucker Oberlandesgericht. Eigenständige liechtensteinische Massnah- men der Prozessökonomie wurden jedoch weder von Walker erwogen oder veranlasst, noch später in irgendeiner Form ergriffen. 8.Ergebnis In seinem Entwurf einer liechtensteinischen Zivilprozessordnung griff Gustav Walker all jene prozessökonomischen 
Vorgaben auf, die bezüg- lich der liechtensteinischen Justizreform in den vorangehenden Jahren ausgearbeitet und beschlossen worden waren. Im Übrigen hielt er sich in rechtspolitischer und mithin in prozessökonomischer Hinsicht gänzlich an den 
sozialen Zivilprozess Franz Kleins, so dass er dessen Ausführun- gen vielfach nahezu wörtlich in den erläuternden Bemerkungen über- nahm.385 
I. Gesetzesentwürfe Walker 1911 136Siehe oben unter §  4/IV.
        

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